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Friedensfakten Afrika

Facts & Figures

Infografik: Marlene Bruns
In großen Teilen Afrikas beherrschen Konflikte das Leben der Menschen. Als Hauptursachen gelten Armut, fehlende Bildung und demokratische Defizite. Doch es gibt Hoffnung.
 
Versöhnung
... ist 22 Jahre nach dem Völkermord die große Aufgabe in Ruanda. Die Organisation AMI organisiert Treffen zwischen Tätern und Opfern. Erfolgreich. Oft können Hutu und Tutsi danach wieder in einem Dorf zusammenleben.

97 Konflikte
©ZeitenspiegelAfrika südlich der Sahara leidet weiterhin unter vielen Gewalt­konflikten. Von den 104 gewalttätigen Auseinandersetzungen, die das „Heidelberger Konfliktbarometer" im Jahr 2015 registriert, hatten 20 eine hohe Intensität, 41 eine mittlere und 36 eine niedrige Intensität.

Afrikanische Tiger
In der letzten Dekade hat der afrikanische Kontinent eine starke Wachstumsperiode erlebt. Sieben der zehn im weltweiten Vergleich am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften befinden sich gegenwärtig in Afrika. Dazu gehört das erdölreiche Nigeria, aber auch Überraschungskandidaten wie Angola und Äthiopien. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft zwar weiterhin auseinander, aber die afrikanische Mittelschicht hat sich in den vergangenen 30 Jahren verdreifacht.

Frieden durch Fußball
Im Norden Kenias organisiert Fatuma Abdulkadir regelmäßig Fußballturniere. Sie ist eigentlich Anwältin und Menschenrechtsaktivistin. Ihre Entdeckung: Sport kann Jugendliche aus verfeindeten Stämmen vereinen, Motto: „Ins Tor schießen, nicht auf Menschen." Auch Mädchen kicken mit und entwickeln ein neues Selbstbewusstsein. Fatuma nutzt die Sportbegeisterung für ihren Kampf gegen Beschneidung und Zwangsheirat.

Flucht
 
Ein Friedensradio für die Elfenbeinküste
Souleymane Oulai ist Gründer von Studio Mozaik in Abidjan. Aus der Schule soll in Zukunft ein Radiosender werden. ©ZeitenspiegelInterview mit Souleymane Oulai, dem Gründer von Studio Mozaik.

Wie kann eine Radioschule zu Frieden und Demokratie beitragen?
In der Elfenbeinküste war Journalismus immer von Parteilichkeit und politischem Aktivismus gekennzeichnet. Bei Studio Mozaik bilden wir Journalisten nahe an der Praxis und nach hohen internationalen und ethischen Standards aus. Allein das stärkt den Frieden und wahre Demokratie. Für uns muss Journalismus konstruktiv für das Land sein.

Was ist Ihr wichtigster Beitrag dazu?
Wir bilden nicht nur aus, sondern strahlen Programme über ein Netz von 42 Partnerradios aus. Dabei öffnen wir die Mikrofone für alle Bevölkerungsgruppen. Sie bekommen eine Stimme, die auch von den ‚Mächtigen‘ gehört wird. Mit unseren Sendungen sensibilisieren wir die Hörer für wichtige Themen wie Demokratie, Gesundheit und Bildung.

Braucht die Elfenbeinküste ein Friedensradio?
Mehr als je zuvor. Wir haben hier eine große ethnische Vielfalt. Sie kann für Konflikte sorgen, so wie im Bürgerkrieg geschehen, aber auch als Reichtum angesehen werden. Radio, das wichtigste Medium in Afrika, kann als Waffe benutzt werden, um Hass zu verbreiten. Oder – wie wir es beabsichtigen – den sozialen Zusammenhalt stärken.
                                                                                             
Südlich der Sahara gibt es 15 Millionen Flüchtlinge, die meisten aus Burundi, Nigeria, Südsudan, Kongo, Somalia und der Zentralafrikanischen Republik.

Ein Drittel demokratisch
Im subsaharischen Afrika waren im Jahr 2012 trotz der Fortschritte in der Vergangenheit nur 18 der insgesamt 49 Staaten demokratisch, das entspricht 37 Prozent.

750 Millionen
In den 48 Staaten südlich der Sahara leben rund 750 Millionen Menschen. Für das Jahr 2020 erwartet die Weltbank für diese Länder mehr als eine Milliarde Einwohner.

Kenia
Daadab und Kakuma in Ostafrika gelten als die größten Flüchtlingslager der Welt. Hier leben 500.000 Menschen, die meisten sind vor dem Bürgerkrieg in Somalia geflohen.

Frauen
In Somalia gelten Frauen traditionell als Menschen zweiter Klasse. Auch den Friedens­verhandlungen 1999 saßen zunächst nur männliche Älteste der fünf großen Clans vor. Initiiert von Asha Elmi, Teilnehmerin des Global Peacebuilder Summit 2016, taten sich die weiblichen Delegierten unabhängig vom Stamm zusammen und erreichten als „Sechster Clan", dass zehn 
Prozent der Sitze im Übergangsparlament für Frauen reserviert wurden.

Verhandlungen und Verträge
Die höchste Zahl an Friedens­verhandlungen und -verträgen gab es 2014 im subsaharischen Afrika, etwa zwischen Ruanda und der DR Kongo und in Lesotho. Dazu kam ein Aktionsplan gegen die islamistische Terrororganisation Boko Haram, beschlossen von Niger, Tschad, Benin, Nigeria, Kamerun und Frankreich.
 
Lesestoff
 
Studie „Making Women Count" von der Inclusive Peace & Transition Initiative, Genf. Beispiele aus Afrika, wie Frauen eine konstruk­tive Rolle in Friedensprozessen spielen können. 
 
Netz Fotos, Videos und Reportagen über die Arbeit von Friedensmachern: www.peace-counts.de

Facebook Vernetzung von Friedenspädagogen, die mit Material von Peace Counts arbeiten: www.facebook.com  

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Gesellschaft | Globalisierung, 01.02.2017
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