#VerantwortungJetzt! - Die Krise als Chance für den Wandel

Das Hunger Projekt

Eine weltweite Bewegung

Visionsprozesse gestalten, Entschlossenheit hervorrufen, Unternehmergeist initiieren, selbstverantwortliches Handeln stärken, Führungskompetenzen ausbilden - das sind nicht unbedingt Prozesse, die wir mit Menschen assoziieren, die unter den täglichen Bedingungen von extremer Armut und chronischem Hunger leben. Und doch ist es genau das, worum es dem Hunger Projekt in seiner Arbeit mit über 23 Millionen Menschen in über 22.000 Dörfern in 13 Entwicklungsländern geht.

Lassen Sie uns das Beispiel Afrika wählen - Afrika, das oft resigniert als "verlorener Kontinent" bezeichnet wird. In großen Teilen des ländlichen Afrikas mangelt es an Infrastruktur - keine Schulen, keine Gesundheitszentren, keine wetterfesten Straßen. Doch hinter diesem Mangel an physischer Infrastruktur steckt ein Mangel an menschlicher Infrastruktur - keine Dorfbeiräte, keine dörflichen Gesundheits- oder Schulkomitees.

Mit einer ganzheitlichen und genderzentrierten Strategie mobilisiert und befähigt das Hunger Projekt 3 Millionen Menschen in mehr als 1.100 Dörfern, eigenständig und nachhaltig ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen. Dies geschieht in 87 so genannten Epizentren in Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Ghana, Malawi, Mosambik, Senegal und Uganda.

Epizentren umfassen ein Gesundheitszentrum, eine Grundschule, Nahrungsprogramme für die Schulkinder, Alphabetisierungskurse, Zugang zu sauberem Wasser und Hygieneeinrichtungen, HIV/AIDS-Programme, einkommensschaffende Maßnahmen, verbesserte Nahrungsmittelproduktion, eine ländliche Bank für Kleinkredite besonders für Frauen, Nahrungsmittellager, Gemeinschaftsgärten, etc.

In Menschen investieren

Was ist nun die menschliche Komponente, die sicherstellt, dass das Epizentrum innerhalb von 5 Jahren personell und finanziell unabhängig ist und damit die Dorfbewohnerinnen und -bewohner selbstverantwortliche Gestalter ihrer eigenen Zukunft sind ?

Beim Aufbau eines Epizentrums geht es vorrangig um einen gemeinschaftsbildenden Prozess einer ganzen Gruppe von Dörfern von bis zu 25.000 Menschen. So genannte "Vision, Commitment & Action Workshops" werden im ersten Jahr so oft mit den Dorfältesten, mit Hunderten von Dorfbewohnerinnen und -bewohnern und mit den lokalen Regierungsbeamten durchgeführt, bis allmählich in den Menschen die Erkenntnis wächst, dass es auf sie alleine ankommt, wenn sie ihre Lebensbedingungen jetzt verändern wollen. Ganz natürlich tauchen in dieser Phase Menschen mit Führungspotenzial auf, die bereit sind, sich für diese neue Entwicklung einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Diese Frauen und Männer werden in gleicher Zahl als ehrenamtliche so genannte Entwicklungsanimateure ausgebildet, die die anderen Dorfbewohner motivieren, eigene Prioritäten zu setzen und aktiv zu werden.

Eigenständiges Handeln initiieren

Nach ca. einem Jahr mündet der Prozess in der Errichtung eines multifunktionalen Gebäudes mit den oben genannten Aktivitäten. Dieses wird von den Dorfbewohnerinnen und -bewohnern selbst erbaut und in paritätisch von Frauen und Männern besetzten Komitees geleitet. Verschiedene Unterkomitees leiten die einzelnen Bereiche des Epizentrums. Es finden Kommunikations- und Führungstrainings, Alphabetisierungs-, Management- und Buchführungskurse, Fortbildungen für einkommensschaffende Maßnahmen sowie Trainings für Hebammen und im landwirtschaftlichen Bereich statt. Die direkte Kooperation mit den lokalen Regierungsbeamten wird etabliert, so dass die Menschen Zugang zu den ihnen rechtmäßig zustehenden Ressourcen der Regierungsprogramme wie z.B. medizinische Ausrüstung, Lehrer, etc. erhalten.

Frauen spielen eine Schlüsselrolle

Der Kleinkreditfond wird von den Frauen verwaltet und dient als Startkapital für unternehmerisches Handeln in Form von Kleingewerbe, dessen zusätzliches Einkommen der Familie verbesserte Lebensbedingungen in Bezug auf Gesundheitsfürsorge, Schulbildung, Ernährung sichert. Mit entsprechendem Management trägt sich der Kreditfond bald selbst und der Prozess für die staatliche Anerkennung als offizielle Bank beginnt. Ist diese gegeben, so sind vormals unterernährte Frauen, die nicht Lesen und Schreiben konnten, nun innerhalb eines Zeitraums von drei bis vier Jahren zu 100% Anteilseignerinnen einer staatlich anerkannten Bank und leiten diese zu 100% selbständig - und die Bank ist zu einem weiteren Wirtschaftsunternehmen in dieser Region geworden.

Der Grad an Kompetenzentwicklung und Selbstorganisation der Menschen ist nach ca. 5 Jahren so weit gediehen, dass sie vollständig autonom das Epizentrum leiten. Die Menschen sind stolz auf das von ihnen Erreichte: Die Säuglings- und Müttersterblichkeitsraten reduzieren sich deutlich, die Familie haben nicht nur eine Mahlzeit am Tag und das Epizentrum trägt sich nachhaltig selbst, z.B. durch den Verkauf der Ernte aus dem Gemeinschaftsgarten, der Vermietung der Versammlungshalle sowie der nahrungsmittelverarbeitenden Maschinen.
Damit gilt: die Menschen sind nicht das Problem, sondern die Lösung des Problems liegt in ihren Händen - dieses Potenzial gilt es zu erwecken und zu entfalten. Dies gilt in Afrika, Asien und Lateinamerika genauso wie bei uns.

In Zeiten von Heiligendamm und den UN-Millenniums?entwicklungszielen ist es keine Frage mehr, dass die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich drastische globale Konsequenzen hat und Dringlichkeit im Handeln gegeben ist. Wodurch könnte unternehmerische Verantwortung für Eine Welt besser ausgedrückt werden als durch eine finanzielle Investition in die Zukunft - in authentischer Partnerschaft mit Menschen, die sich selbständig ein Leben in Würde schaffen.

Das Hunger Projekt e.V. ist gemeinnützig anerkannt und mit dem DZI-Spendensiegel ausgezeichnet. Sprechen Sie uns an:
Leni Rieppel
Telefon +49 89 / 200 03 47 70, Mail: info@das-hunger-projekt.de



Weitere Informationen:
www.das-hunger-projekt.de, www.thp.org
Konto:
Sparkasse KölnBonn
Konto Nr. 47571, BLZ 370 501 98
Investitionen sind als Spenden steuerlich absetzbar
Quelle: Redaktion Nachhaltig Wirtschaften
Gesellschaft | Globalisierung, 16.10.2007

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