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Projekt "Rejuvenate" - Aktion statt Administration

Ein innovativer Ansatz des Brachflächenmanagements

Energiepflanzenanbau erfährt in Deutschland eine rasante Entwicklung, nicht zuletzt durch die von der Bundesregierung ausgegebenen "Nachhaltigkeitsstrategie". Es stellt sich aber die Frage, wie der steigende Flächenbedarf für Energiepflanzen befriedigt werden kann. Neben dem erklärten Ziel der Bundesregierung, den Anteil der Erneuerbaren Energien auf mindestens 30 Prozent auszubauen, soll nämlich gleichzeitig der nationale Flächenverbrauch minimiert werden.

Energiepflanzen können dort kultiviert werden,
wo der Nahrungsmittelanbau nicht möglich ist,
Foto: © Martin Litschauer
Ein nachhaltiges Flächenmanagement soll nun zur Minderung der Flächenkonkurrenz zwischen einer industriellen Biomasseproduktion und der an Nahrungsmitteln orientierten Agrarwirtschaft beitragen. Über eine modellgestützte Methode wurde nun ein Instrumentarium entwickelt, mit dem Brachflächen nach ihren Möglichkeiten zur Revitalisierung untersucht werden können. Es geht dabei um Flächen in einer Größenordnung von circa 530.000 ha, darunter sind kontaminierte Liegenschaften, ehemalige Kasernen, Konversionsflächen, Industriebrachen, Bergbaufolgelandschaften, also Flächen, die eine Nahrungsmittelproduktion ausschließen.

Decision Support Tools (DST) zur nachhaltigen Rückführung von Brachflächen

Dem Projekt zugrunde liegen verschiedene Fragen: Lassen sich kontaminierte Areale (Brachflächen) in eine nachhaltige Nutzung überführen, statt sie in einer Langzeitverwaltung zu belassen? Ist die Revitalisierung dieser Flächen mit einem Boden-, Risiko- und Flächenmanagement vereinbar? Was hilft bei der Entscheidung, welche Brachflächen in die Wertschöpfungskette einer Volkswirtschaft überführt werden sollen?

Das EU-Projekt "Rejuvenate" widmete sich diesen Fragen und beschäftigte sich mit der Entwicklung eines Decision Support Tools (DST) zur nachhaltigen Rückführung des Brachflächenpotentials in die Wertschöpfungskette einer Volkswirtschaft. Im Rahmen eines Verbundprojekts wurde ein Flussdiagramm entwickelt, in dem sich Wirkungsketten über vier Entscheidungsebenen erstrecken. Jede Ebene besteht aus einer Eingabebox, einer Entscheidungsroute und einer Ausgabebox. Den Abschluss der Anwendung bilden die Handlungsempfehlung bzw. Verifizierung der Projektergebnisse.

Nachhaltigkeitsstrategie und ökonomische Rohstoffproduktion

Eine fiktive "Case Study" (Fallstudie) soll der ganzheitlichen Problemstellung gerecht werden. Es werden Aspekte wie Klima, Vegetation und Bodenbeschaffenheit ebenso berücksichtigt, wie Nutzungsmöglichkeiten, vorhandene Ökosysteme sowie die damit verbundenen Möglichkeiten und Risiken, Wirtschaftlichkeit und technologische Optionen. Ökologische, ökonomische und soziale Aspekte sind in den Wirkungszusammenhängen gleichwertig behandelt.

Was nicht den Möglichkeiten entspricht, wird aussortiert, zurück bleibt die ökologische bzw. ökonomische Bewertung von möglichen Biomassekulturen. Weitere zu berücksichtigende Faktoren sind Biodiversität, Grundwassererneuerungsrate, Erosionsminderung und Schadstoffeinträge durch Bewirtschaftung, etc.

Die letzte Ebene bündelt die Daten voran gegangener Ebenen, arbeitet sie zu strategischen und operativen Möglichkeiten aus, zeigt Synergieeffekte auf und gestaltet so eine Win-Win Plattform. Die Verifizierung der Projektergebnisse stellt den Abschluss der Brachflächentransformation dar und bietet einen Systemlösungsansatz zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und für eine umweltverträgliche und ökonomische Rohstoffproduktion.

Kontakt

DECHEMA
Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.
Dipl.-Betr.-Wirt M. Polland
Dr. T. Track
Theodor-Heuss-Allee
D - 60486 Frankfurt am Main
Tel: +49 (0) 69 7564 0
info@dechema.de
www.dechema.de




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Quelle: Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V., Dipl.-Betr.-Wirt M. Polland
Technik | Green Building, 14.07.2010

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