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Nachhaltigkeitsberichte im Vergleich

DAX 30 schneiden gut ab

PriceWaterhouseCoopers (PwC) analysierte Berichte der größten Aktiengesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Bestnoten für Henkel, Siemens und Roche. Unternehmen der Energie- und Chemiebranche sind führend. Verbesserungsbedarf besteht vor allem beim Thema Stakeholder-Dialog.

Nachhaltigkeitsberichte im Vergleich: Die Studie "Unternehmerische Verantwortung im Zeitalter der Transparenz" analyisiert insgesamt 89 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Foto: © Rolf van Melis / Pixelio.de
Die Anforderungen von Investoren, Politik und Gesellschaft an eine verantwortliche und nachhaltige Unternehmensführung sind in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Dies schlägt sich in Deutschland nicht nur in einer höheren Zahl der vorgelegten Nachhaltigkeitsberichte, sondern auch einer vergleichsweise hohen Qualität der so genannten nicht-finanziellen Berichterstattung nieder. Dies geht aus der Studie "Unternehmerische Verantwortung im Zeitalter der Transparenz" hervor, die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC in Österreich veröffentlicht hat. Basis der Analyse ist eine Auswertung der insgesamt 89 Unternehmen des DAX 30, des ATX- und Prime-Market in Österreich (39) und des Schweizer Leitindex SMI (20). Von den 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex (DAX) publizieren mittlerweile 26 einen Nachhaltigkeitsbericht, von den 20 Unternehmen des SMI veröffentlichen 13 ihre nicht-finanziellen Informationen sowie nur 11 von insgesamt 39 analysierten Unternehmen in Österreich.

DAX 30 liegen in der Gesamtwertung vorne

Gemessen an Vollständigkeit, Transparenz und Aussagekraft der nicht-finanziellen Berichterstattung schneiden die deutschen Unternehmen am besten ab. Auf einer Skala von 0 bis 100 Prozent erreichen diese einen Durchschnittswert von 77 Prozent, während die Aktiengesellschaften aus der Schweiz (66 Prozent) und Österreich (43 Prozent) deutlich niedrigere Noten erhielten. Die Gesamtnote ergibt sich aus der Bewertung von Aussagen zu 18 Einzelindikatoren, beispielsweise zu den Themenfeldern Energieverbrauch und Energieeffizienz, lokale Wertschöpfung oder Menschenrechte. Alle Indikatoren beruhen auf international anerkannten Richtlinien und Bewertungskriterien von Rating-Agenturen.

Bestnoten für Henkel, Siemens und Roche

In der Einzelbewertung aller 89 analysierten Unternehmen erreichten die Nachhaltigkeitsberichte des Konsumgüterherstellers Henkel (95 Prozent), der Siemens AG (94 Prozent) und der Schweizer Roche Ltd. (ebenfalls 94 Prozent) die besten Durchschnittswerte. Anforderungen der Stakeholder besser berücksichtigen "Die Qualität der Nachhaltigkeitsberichterstattung der deutschen Unternehmen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen - dennoch gibt nach wie vor Verbesserungsbedarf, vor allem im Hinblick auf die Bedürfnisse der Stakeholder", erläutert Michael Werner, verantwortlicher Partner für den Bereich Sustainability Services in Deutschland." Lediglich ein Drittel der DAX-Unternehmen setzt sich in der öffentlichen Kom¬munikation eingehend mit seinen Stakeholdern auseinander, in Österreich und der Schweiz ist der Anteil dieser Unternehmen noch geringer".

Voraussetzung für die Akzeptanz der Berichte bei den Anspruchsgruppen ist, dass sie umfassend und nachvollziehbar sind: "Rückschläge und Herausforderungen sollten nicht ausgeblendet, sondern offen dargestellt werden, dies erhöht die Glaubwürdigkeit", betont Michael Werner.

Branchenvergleich: Energie- und Chemieunternehmen liegen vorn

Überdurchschnittlich gut fällt die Bewertung der Nachhaltigkeitsberichte in den Branchen aus, die schon länger unter Beobachtung kritischer Stakeholder wie Verbraucher- und Umweltorganisationen stehen. So erreichen die Energieunter-nehmen mit einer Durchschnittsnote von 85,6 Prozent den Spitzenplatz im Vergleich aller börsennotierten Gesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Chemiebranche folgt mit durchschnittlich 82 Prozent auf Rang zwei.

Nachhaltigkeitsberichte deutscher Banken schneiden gut ab

Die Banken, die im Zuge der Finanzkrise besonders in den Fokus gerückt sind, schneiden zumindest in Deutschland mit einer Bewertung von 83 Prozent sehr gut ab, wegen niedrigerer Noten in der Schweiz und Österreich landet der Sektor mit gut 68 Prozent jedoch insgesamt nur im Mittelfeld.

Verarbeitende Industrie besonders gefordert

Überraschend schwach zeigt sich die verarbeitende Industrie. Obwohl die Unternehmen mit Themen wie Klimaschutz, Umweltmanagement, Produktverantwortung oder auch Arbeitssicherheit besonders gefordert sind, erreichen die Nachhaltigkeitsberichte der Branche im Durchschnitt nur eine Bewertung von 56 Prozent.

Die Studie "Unternehmerische Verantwortung im Zeitalter der Transparenz" steht zum Download bereit.
Quelle: Nicole Susann Roschker
Wirtschaft | Marketing & Kommunikation, 06.04.2011

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