CR-Management für Praktiker. Weiterbildung für nachhaltiges Wirtschaften. Universität Bayreuth, 07.-11.10.2019

Nachhaltigkeit ist der rote Faden unserer Agrarpolitik

Ein Kommentar von Ilse Aigner

Nachhaltiges Wirtschaften ist kein Phänomen der jüngsten Vergangenheit. Vielmehr hat das Prinzip der Nachhaltigkeit in der deutschen Land- und Forstwirtschaft eine lange Tradition. Seit drei Jahrhunderten wissen Forstwirte, wie man Produktivität, Vielfalt und Vitalität zusammenbringt - und dauerhaft erhält. Heute ist das Prinzip der Nachhaltigkeit sowohl im Grundgesetz als auch im Vertrag von Lissabon verankert. Es hat damit Eingang gefunden in viele Bereiche unseres wirtschaftlichen und sozialen Lebens.

Ilse Aigner - Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Foto: © BMELV - Bildschön
Zu Beginn des Jahres hat der Dioxin-Skandal Verbraucher und Landwirte im Land erschüttert. Er hat einmal mehr gezeigt, dass nachhaltiges und verantwortungsvolles Wirtschaften auch für die Zukunft eine ernste Verpflichtung sein muss. Denn wer rücksichtslos nach kurzfristigen Profiten strebt und dadurch Schäden für Gesundheit und Umwelt in Kauf nimmt, handelt absolut skrupel- und verantwortungslos. Nachhaltigkeit aber steht im Zeichen gelebter Verantwortung.

Ich habe gemeinsam mit den Bundesländern einen Aktionsplan bei Lebensmitteln erarbeitet, um das Sicherheitsnetz in der Futter- und Lebensmittelkette engmaschiger zu knüpfen. Diesen Aktionsplan setzen wir nun Schritt für Schritt um. Die Gesetzgebung begleiten wir mit einer breiten gesellschaftlichen Debatte über die Rolle unserer Landwirtschaft in der Zukunft. Viele Verbraucher haben Fragen zu dem, was sie auf dem Teller haben, woher es stammt und unter welchen Bedingungen es produziert wurde. Insbesondere der Schutz von Tier und Umwelt bewegt die Menschen. Deshalb soll am Ende dieser Debatte eine Charta für Landwirtschaft und Verbraucher stehen, die Antworten auf die gestellten Fragen gibt.

Nachhaltigkeit spielt auch bei der Gestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013 eine entscheidende Rolle. Wir befürworten ein stärkeres "Greening" in Europa - eine stärker nachhaltig orientierte Ausrichtung europäischer Landwirtschaft. Über das "wie" werden wir noch gemeinsam diskutieren müssen. Deutschland hat hier bereits Wegmarken gesetzt: Während sich die Förderung durch die EU nur noch auf die Bewirtschaftung der Fläche bezieht und somit losgelöst von jeglichen Produktionsanforderungen ist, erhalten unsere Landwirte Direktzahlungen nur dann ungekürzt, wenn sie umfangreiche Anforderungen an Umwelt- und Tierschutz erfüllen. Durch unsere Innovationsförderung unterstützen wir besonders die tiergerechte Haltung. Darüber hinaus leisten fünf Millionen Hektar deutsches Grünland ihren Beitrag zum Klimaschutz.
Quelle: FORUM Nachhaltig Wirtschaften Büro Süd
Umwelt | Ressourcen, 06.06.2011

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