B.A.U.M.-Jahrbuch: Jetzt kostenlos reinlesen

Für eine gerechte Ressourcenpolitik

Ressourcen nachhaltig zu nutzen und global fair zu teilen, ist neben dem Klimawandel und der globalen Armut eine der größten Herausforderungen im 21. Jahrhundert.

Noch vor wenigen Jahren galt Ressourcenpolitik als Thema, das es nur gelegentlich - etwa während der deutschen G8 Präsidentschaft 2007 - auf die politische Agenda und in die Weltöffentlichkeit geschafft hat. Doch seit mindestens zwei Jahren ist hier eine deutliche Trendumkehr erkennbar.

In der Ressourcenpolitik sollte (Geschlechter-)Gerechtigkeit ebenso wie Nachhaltigkeit und Kohärenz im Vordergrund stehen. Dies sind wichtige Voraussetzungen für menschliche Entwicklung, Demokratie und Frieden in der Welt.
Foto: © Carlo Schrodt, pixelio.de

Warum steht die Rohstoffpolitik nun auf der Top-Agenda?
Einer der wichtigen Gründe ist die gestiegene Nachfrage aus Schwellenländern, ohne dass die Nachfrage aus den Industrieländern jemals nachgelassen hätte. Darüber hinaus ist eine massive Zunahme der Nachfrage nach strategischen Mineralstoffen zu verzeichnen, da Bereiche wie Telekommunikation, Klimaschutz oder Militär aus Industrie- und Schwellenländern auf Zukunftstechnologien angewiesen sind. Das Wachstum der großen Schwellenländer - die über einen nicht unerheblichen Anteil an Rohstoffen verfügen - stellt die etablierte internationale Arbeitsteilung in Frage und bedroht die Vormachtstellung der alten Industriemächte. Gleichzeitig ist deutlicher denn je, dass die Zeit des billigen Erdöls vorbei ist. Ebenso wie die Nachfrage anderer fossiler und energetischer Rohstoffe, allen voran Kohle und Uran, bald nicht mehr bedient werden kann und die Investitionen immer risikoreichere, teurere und schädlichere Ausmaße annehmen.

Aggressive Rohstoffsicherung oder Investitionen in Ressourceneffizienz - das Senken des Ressourcenverbrauchs bis hin zum Verzicht - können als Alternativen genannt werden. Die rohstoffreichen Entwicklungsländer müssen sich der Frage stellen, ob sie ihren Rohstoffreichtum für die menschliche Entwicklung nutzen oder mit diesem Ausbeutung, Korruption, Staatszerfall, Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen verschärfen.
Nachhaltige, (geschlechter-)gerechte und kohärente Ressourcenpolitik ist eine wichtige Voraussetzung für die globale Transformation des gängigen Wirtschafts- und Konsummodells, für menschliche Entwicklung, für Demokratie und Frieden in der Welt.

Ganzheitliche Regulierungsansätze sind Mangelware
Eine solche Ressourcenpolitik zählt zu den Schwerpunkten der Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung. Politische, globale und nationale Regulierungs- und Steuerungsansätze sind Mangelware. Die deutsche Bundesregierung und die Europäische Union haben ihre Rohstoffstrategien beschlossen oder zumindest in die Wege geleitet. Dabei steht die Sicherung von Rohstoffimporten, vor allem im nicht-energetischen Bereich, im Vordergrund. Die menschliche Entwicklung in den rohstoffreichen Ländern ist Nebenschauplatz, Lippenbekenntnis und allenfalls punktuell im Fokus.
Als Heinrich-Böll-Stiftung treten wir für eine verantwortungsvolle, ökologisch gerechte und demokratisch orientierte Ressourcenpolitik ein. Der Run auf die Rohstoffe sowie die wirtschaftspolitische und geostrategische Rolle des Bergbausektors hat uns und unsere Partner vor Ort längst erreicht. Vielfältige Initiativen und Projekte wurden angestoßen. Unseren sektor- und disziplinübergreifenden Ansatz verbinden wir dabei mit einem Blickwinkel, der die Ressourcenkrise in die Multiplen Krisen einordnet. Wir suchen nach nachhaltigen und gerechten ressourcenpolitischen Lösungen im Kontext von Klima-, Energie-, Handel-, Agrar-, Wirtschafts-, Demokratisierungs-, Entwicklungs- und Außenpolitik, um so die größtmögliche Kohärenz zu erreichen. Der Gipfel "Rio+20" bietet dafür für die nächsten zwei Jahre einen besonderen politischen Anlass.
 
Von Lili Fuhr, Heinrich-Böll-Stiftung

Quelle: B.A.U.M.-Jahrbuch
Umwelt | Ressourcen, 14.09.2011

Cover des aktuellen Hefts

Time to eat the dog

forum Nachhaltig Wirtschaften 01/2019

  • Kein Müll!
  • Fridays for the Future
  • Nachhaltigkeit kleidet!
  • Die Insel der Träume
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
21
JUN
2019
ERDFEST 2019
Auf dem Weg zu einer neuen kulturellen Allmende
deutschlandweit


13
SEP
2019
WAVE Germany
World Advanced Vehicle Expedition
deutschlandweit


Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!


Philosoph aus Leidenschaft

Angedacht...
Verantwortung. Eine philosophische Betrachtung zur aktuellen politischen Situation




  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence
  • PEFC Deutschland e. V.
  • Global Nature Fund (GNF)
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Bayer Aktiengesellschaft
  • Alfred Ritter GmbH & Co. KG
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • Deutsche Telekom AG


Bundesweiter Pflanz-Wettbewerb. 1. April bis 31. Juli 2019. Jederzeit anmelden: Alle Flächen, alle Menschen können mitmachen!