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Deutsche fordern betriebliche Gesundheitsvorsorge

Firmen in Deutschland sollten mehr für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter unternehmen

Bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Apotheken Umschau fordern drei Viertel der Berufstätigen (73,5%), jeder Arbeitgeber sollte betriebliche Gesundheitsvorsorgeleistungen, z.B. Grippeschutz-Impfungen und Zuschüsse zu Fitness- oder Sportkursen, anbieten. Zwei Drittel (66,4%) befürworten zudem, dass der regelmäßige Besuch beim Betriebsarzt für jeden Arbeitnehmer zur Pflicht werden sollte. Mehr als drei Viertel (78,6%) glauben allerdings, dass sich "die allermeisten Arbeitgeber" erst dann um gesündere Arbeitsplatzgestaltungen und Arbeitszeitregelungen kümmern, wenn es der Gesetzgeber zwingend verlangt. Etwas mehr als die Hälfte (54,5%) hat aber auch das Gefühl dass ihrem Arbeitgeber das Thema "Gesundheit am Arbeitsplatz" wirklich am Herzen liegt.

73,5% der Befragten wünschen sich mehr Gesundheitsvorsorgeangebote ihres Arbeitgebers, damit garnicht erst eine Arbeitsunfähigkeit droht.
Foto: © Matthias Preisinger/ pixelio.de
Psychische Erkrankungen - Krankengeldausgaben deutlich gestiegen

Wer länger krank ist und gesetzlich versichert, kann nach Ende der Lohnfortzahlung Krankengeld bekommen. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen hierfür sind stark angestiegen - um fast 37 Prozent in den vergangenen fünf Jahren. 2006 zahlten die Kassen insgesamt rund 5,7 Milliarden Euro, 2010 lagen die Ausgaben für Krankengeld bei 7,8 Milliarden Euro. Diesen Trend spiegeln auch die Krankengeld-Ausgaben der Techniker Krankenkasse (TK) wider. Statistisch gesehen lagen im Jahr 2006 die Krankengeld-Ausgaben je berechtigtem TK-Mitglied bei 175 Euro, im Jahr 2010 schon bei 229 Euro (plus 31%). Fast jeder dritte AUTag, für den Krankengeld gezahlt wird, ist durch eine psychische Erkrankung bedingt, zeigt eine TK-Auswertung.

Die Angst isst mit

Da kann der Salat noch so knackig und das Rindersteak noch so saftig sein - vielen Menschen ist der Genuss ihrer Mahlzeiten nicht mehr ganz geheuer. Wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag der "Apotheken Umschau" herausfand, fürchten die Deutschen vor allem externe Schadstoffe wie Umweltgifte, Düngemittelrückstände oder Pflanzenschutzmittel in ihrem Essen (54,0%). Nahezu ebenso groß ist die Angst der Bundesbürger vor Antibiotika oder Hormonen in Lebensmitteln (53,8%), vor krebserregenden Stoffen (52,5 %), gentechnischen Veränderungen (50,7%) und Krankheitserregern wie Salmonellen, Colibakterien oder EHEC (50,5%). Dabei ist die Angst der Frauen vor den Gesundheitsgefahren noch einmal erheblich größer als bei den befragten Männern (externe Schadstoffe: +9,0%- Punkte; Antibiotika, Hormone: +12,3%- Punkte; gentechnische Veränderungen: +9,9%-Punkte, chemische Zusätze: +11,8%-Punkte). Jeder siebte Mann sagt sogar (14,4%), er fürchte keinerlei Gesundheitsgefahren in seinen Speisen, bei den Frauen is(s)t hingegen nur jede Zwölfte (8,3%) völlig bedenkenlos.

Die Umfrage ergab auch, dass in den vergangenen Jahren die Furcht vor gentechnischen Veränderungen (2007: 44,6%; 2011: 50,7%) und vor allem vor chemischen Zusätzen wie Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffen (2007: 37,0%; 2011: 46,9%) sehr deutlich angestiegen ist. Gesunken ist hingegen die Angst vor Gammelfleisch (2007: 60,9%; 2011: 49,2%) und auch vor Tierseuchen wie BSE, Vogelgrippe oder Schweinepest (2007: 46,4%; 2011: 35,0%).

Burnout: Führungskräfte nehmen Risiko ernst

Für Führungskräfte ist Burnout keine Modediagnose, sondern ein ernst zu nehmendes Risiko, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Führungskräftepanels "Manager Monitor". Demnach ist dieses Thema in der Wahrnehmung hochqualifizierter Fachund Führungskräfte in jüngster Zeit noch einmal deutlich in den Vordergrund gerückt. "Führungskräfte betrachten Burnout als eine reale Gefahr", betont Andreas Zimmermann, Geschäftsführer beim Führungskräfte Institut. "Mehr noch: Auch die meisten Unternehmen haben das Problem als ein solches erkannt und arbeiten bereits an Lösungsstrategien." Es bestehe allerdings noch Verbesserungspotential.

Bei der Gewichtung möglicher Burnout-Ursachen stellt das Führungskräfte Institut eine klare Rangfolge fest: An erster Stelle stehen Termindruck und Arbeitsverdichtung, gefolgt von fehlender sozialer Anerkennung durch Vorgesetzte. Dagegen scheinen aus Sicht der meisten der rund 360 befragten Führungskräfte Gründe wie mangelnde Identifikation mit Arbeitsinhalten oder Unterbezahlung eine nur geringe Rolle beim Zustandekommen eines Burnouts zu spielen. Die Umfrageergebnisse offenbaren auch eine gewisse Ambivalenz. Zwar werde die Existenz von Leistungsund Belastungsgrenzen unter Führungskräften eingeräumt, so die Bewertung dieser Umfrageergebnisse durch den Hauptgeschäftsführer des Deutschen Führungskräfteverbandes ULA Ludger Ramme. Ein offener Umgang mit der Problematik fiele manchen von ihnen schwer: "Trotz - oder vielleicht gerade wegen - der verstärkten medialen Präsenz des Themas neigen nicht wenige Führungskräfte immer noch dazu, ihr Burnout-Risiko zu unterschätzen oder zu verharmlosen."

Hinzu komme, ergänzt Ramme, dass es eine gewisse Unschärfe bei der Bestimmung des Burnout-Begriffes gebe. "Recht weit verbreitet ist die Meinung, dass es psychische und körperliche Überlastungsreaktionen schon immer gegeben habe." Diese seien früher nur anders diagnostiziert worden. Eines gehe aber klar aus der Umfrage hervor: "Lediglich eine Minderheit hält die Diskussion um Burnout für übertrieben oder überbewertet." Zugleich liefern die Umfrageergebnisse wertvolle Hinweise zur Vermeidung von Burnouts. Faktoren wie ein wertschätzender Führungsstil, aktives Feedback und die Gewährung von Autonomie bei der Aufgabenerfüllung werden von Führungskräften als Eckpfeiler eines gesunden Arbeitsklimas gesehen.




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Quelle: Apotheken Rundschau
Lifestyle | Gesundheit & Wellness, 24.04.2012

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