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Erfolgreiches CSR-Management Stufe 3:

Der sechste Teil der forum-Serie „Der CSR-Manager“ zeigt, wie Sie ein Management-­System aufbauen.

Der sechste Teil der forum-Serie „Der CSR-Manager" zeigt, wie Sie ein Management-­System aufbauen. Damit können Sie Ihre Strategie erfolgreich umsetzen und CSR-Maßnahmen wirkungsvoll steuern.

In der letzten forum Ausgabe haben wir Ihnen Unterstützung für die Strategieentwicklung angeboten. Nachdem Sie damit die zentralen Leitthemen definiert haben und die grundlegende CSR-Strategie feststeht, geht es im nächsten Schritt darum, die strategische Konzeption in die Tat umzusetzen.

Prozesse müssen definiert, Verantwortlichkeiten festgelegt und Einzelmaßnahmen geplant werden. Mit Hilfe eines Management-Systems kann sichergestellt werden, dass die Leitthemen ganzheitlich und professionell im Unternehmen implementiert werden und der CSR-Gedanke in allen Unternehmensbereichen verankert wird.


 

 

 

CSR als integriertes Managementsystem

Managementsysteme existieren für verschiedene Teilbereiche von CSR. Seien es Umweltmanagementsysteme nach ISO 14001 oder EMAS (Eco Management and Audit Scheme), Qualitätsmanagementsysteme nach ISO 9001 oder Ansätze im Bereich der Arbeitsbedingungen wie SA 8000 oder OHSAS 18001. In der Unternehmensrealität bilden diese Systeme häufig Insellösungen, die dadurch entstehen, dass identische Abläufe aus unterschiedlichen Blickwinkeln beschrieben werden, einzelne Systeme zum Teil redundant oder gar widersprüchlich nebeneinander stehen und Einzelsysteme nicht den Blick auf das Große Ganze richten, das mehr als die Summe seiner Teile darstellt.

Um der CSR-Strategie zum unternehmensweiten Durchbruch zu verhelfen ist ein ganzheitlicher Managementansatz jedoch unerlässlich. Ähnliche Aufgaben der Teilsysteme müssen standardisiert, wiederkehrende Prozesse wie Audits oder Management-Handbücher aufeinander abgestimmt und notwendige Informationen auf eine leicht verständliche und handhabbare Weise dokumentiert werden. Eine klare Definition und Zuordnung von Aufgaben ist darüber hinaus notwendig. Ein ganzheitliches Managementsystem ist in vielfacher Hinsicht hilfreich. Es ermöglicht eine transparente und partizipative Entscheidungsfindung nach nachvollziehbaren Kriterien, Schwachstellen werden systematisch identifiziert und Risiken vorausschauend gemanagt. Die Operationalisierung von Leitlinien und Zielen wird durch die Einführung standardisierter Verfahren erleichtert und durch das Festlegen von Fristen und Kontrollmechanismen wird verhindert, dass Ziele aus den Augen verloren und notwenige Maßnahmen verschleppt werden. Letztendlich unterstützt der kontinuierliche Verbesserungsprozess durch das Managementsystem die Kultur einer lernenden Organisation.


Kein Konzept von der Stange

Ein wirkungsvolles Managementsystem muss an die Gegebenheiten des Unternehmens angepasst und auf sie zugeschnitten werden. Dabei sind Aufbau und Gliederung der Managementsysteme frei wählbar. So gesehen gibt es kein „genormtes" Managementsystem, das Sie „von der Stange" kaufen können. Der Schlüssel beim Aufbau eines integrierten Managementsystems liegt in der Prozessorientierung, die individuell abhängig von den Gegebenheiten Ihres Unternehmens sowie Ihrer Situation und Ihren Zielen ist. Ein geeigneter Referenzrahmen für ein integriertes CSR-Managementsystem bildet das Modell der „European Foundation for Quality Management – EFQM". Es veranschaulicht, welche Voraussetzungen eine Organisation schaffen muss, damit sie dauerhaft Spitzenleistungen auf allen Unternehmensebenen hervorbringen kann und wie sich diese Leistungen messen lassen.


Drei Säulen, neun Kriterien

Das EFQM-Modell beruht auf der Prämisse, dass exzellente Ergebnisse im Hinblick auf Leistung, Kunden, Mitarbeiter und Gesellschaft durch eine Führung erzielt werden, „die Politik und Strategie, Mitarbeiter, Partnerschaften, Ressourcen und Prozesse auf ein hohes Niveau hebt."

Es wurde aus den Prinzipien des Total Quality Managements entwickelt und basiert auf den drei Säulen Menschen, Prozesse und Ergebnisse. Durch die Einbindung aller Mitarbeiter in einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess sollen bessere Ergebnisse erzielt werden. Neben den drei Säulen enthält das Modell sechs verbindende Elemente, die aufzeigen, mit welchen Mitteln Sie den ganzheitlichen Ansatz umsetzen können und welche Zwischenergebnisse dafür erreicht werden müssen. Die insgesamt neun Kriterien werden in Befähiger- und Ergebniskriterien untergliedert. Die Ergebnis-Kriterien (mitarbeiterbezogene Ergebnisse, kundenbezogene Ergebnisse, gesellschaftsbezogene Ergebnisse, Schlüsselergebnisse) fragen danach, was konkret als Resultat Ihres Vorgehens entsteht, während die Befähiger-Kriterien (Führung, Mitarbeiterorientierung, Politik & Strategie, Partnerschaften & Ressourcen, Prozesse) sich mit der Vorgehensweise an sich, also mit dem ,,Wie" befassen. Hierin verbirgt sich eine grundlegende Erkenntnis des Modells: Es genügt nicht, den Blick auf die Ergebnisse zu werfen – diese liefern immer nur Informationen über die Vergangenheit. Es ist ebenso wichtig, dass Sie die Vorgehensweise betrachten. Erst durch die Analyse und Optimierung von Prozessen erarbeiten Sie sich auch Informationen über die Zukunft.


Der Erfolgs-RADAR

Die grundlegende Vorgehensweise des EFQM Modells ist die so genannte RADAR-Logik.

Diese Logik basiert auf fünf dem Elementen: Results (Ergebnisse), Approach (Vorgehen), Deployment (Umsetzung), Assessment (Bewertung) und Review (Überprüfung). Die RADAR-Logik drückt aus, dass auf Basis beabsichtigter Ergebnisgrößen und Ziele zunächst stimmige Realisierungskonzepte entwickelt werden müssen, die zur Umsetzung der Unternehmenspolitik und -strategien dienen. Ein umfassendes Nachhaltigkeitsprogramm, das aus den strategischen Leitthemen Einzelmaßnahmen ableitet und diese mit Verantwortlichkeiten sowie terminierten und budgetierten Zielsetzungen versieht, ist dafür notwendig. Die Einzelmaßnahmen und Projekte müssen Sie dann in geeigneter Form umsetzen und bezüglich ihrer Wirksamkeit überprüfen. Dies kann über interne Audits und Management-Reviews, aber auch über eine externe Auditierung durch unabhängige Prüfer erfolgen.


Exzellente CSR

Durch seinen ganzheitlichen, prozessorientierten Ansatz, welcher verschiedene Stakeholderperspektiven (Mitarbeiter, Kunden, Partner etc.) integriert sowie die Betrachtung sowohl finanzieller wie auch nichtfinanzieller Ergebnisgrößen ist das EFQM-Modell sehr gut als Basis zur Etablierung eines CSR-Managementsystems geeignet. In den vergangenen Jahren haben sich mehrere Initiativen entwickelt, die das Potenzial des EFQM-Modells für das CSR-Management erkannt haben und daran arbeiten, die Vorgehensweise noch stärker mit dem Aspekt der Nachhaltigkeit zusammenzuführen. Das EFQM-Modell ist hervorragend als Basis für ein integriertes

CSR-Managementsystem geeignet. Prozesse und deren Ergebnisse können systematisch erfasst und über einen Review-Prozess beurteilt werden. So können langfristig exzellente Ergebnisse auf ökonomischer, ökologischer und sozialer Basis erzielt werden.


Vorschau: Der siebte Auszug aus unserem Fachbuch „Der CSR-Manager" zeigt, wie Sie aus Ihrer CSR-Strategie mit Hilfe eines CSR-Managementsystems konkrete Maßnahmen zur Umsetzung ableiten. Sie erhalten Anregung, wie Sie in den Bereichen Mitarbeiter, Gemeinwesen, Umwelt und Markt aktiv werden können und an welchen Stellen die vorgestellten Maßnahmen implementiert werden sollten.

 

Das Fachbuch „Der CSR-Manager"

Das Fachbuch „Der CSR-Manager – Unternehmensverantwortung in der Praxis" hilft Unternehmen, Nachhaltigkeit als neue Denkhaltung und ganzheitlichen Ma­na­gementansatz zu gestalten und davon zu profitieren. Der Praxisbezug, die anschaulichen Tipps und der kompakte Inhalt mit zahlreichen Checklisten erleichtern den Einstieg in das Thema. Nicht zuletzt deshalb ist das Buch bereits in einer zweiten, aktualisierten Auflage erschienen.

Sie können „Der CSR-Manager. Unternehmens­verantwortung in der Praxis", 2. Auflage, ALTOP Verlag 2011, 236 Seiten, EUR 24,90, ISBN 978-3-925646-53-9 im Buchhandel oder direkt hier ­bestellen.


Das forum-Praxisseminar

Wegen vielfacher Anfrage bietet forum nunmehr auch ein Praxisseminar „Der CSR-Mana­ger – Unternehmensverantwortung pro­fessionell gestalten" an.

Das Seminar ist modular nach verschiedenen Schwerpunktthemen aufgebaut. Pro Quartal findet ein Modul (ein Tag) jeweils bei einem Gastgeber–Unternehmen statt. Die Module können einzeln oder als Gesamtpaket gebucht werden. Modul vier schließt mit einer Prüfung zum „Zertifizierten CSR-Manager" ab.


Referenten:

Dr. Dennis Lotter, Jerome Braun, Jana Hepperle, Fritz Lietsch, Tina Teucher

 Anfragen dazu bitte direkt an

f.lietsch@forum-csr.net

oder buchen Sie Ihre Teilnahme direkt online unter www.forum-csr.net/events.


Die Autoren

Dr. Dennis Lotter und Jerome Braun begleiten mit ihrer Agentur Benefit Identity Unternehmen und Organisationen seit mehr als zehn Jahren bei der Gestaltung ihrer Marken­integrität durch eine verantwortliche Betriebsführung. Darüber hinaus sind sie gefragte Fachautoren und Vortragsredner.

www.benefitidentity.com


Wirtschaft | CSR & Strategie, 01.07.2014
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 03/2014 - Tooooor! 3:0 für Nachhaltigkeit erschienen.
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