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Generation Y am Arbeitsmarkt

„Muss ein Chef immer Recht haben, nur weil er Chef ist? "

 

Marcus Noack und Romek Vogel möchten mit Ihrer Jobbörse innovative Unternehmen beim War for Talents unterstützen und sinnvolle Jobs promoten © Marcus Romek, W&W

Den Begriff der Generation Y haben die beiden Historiker Neil Howe und William Strauss geprägt und bezeichnen damit die Generation, die zwischen 1980 und 2000 geboren wurde. Das Y wird im englischen „WHY" ausgesprochen und steht symbolisch für „WARUM". „Muss ein Chef immer Recht haben, nur weil er Chef ist? Muss Karriere um jeden Preis erzwungen werden? Lassen sich Arbeit und Freizeit miteinander verbinden? Wer bietet Jobs, die wirklich sinnvoll und befriedigend sind?"

Viele Erwerbstätige aus der Vorgängergeneration X sind hart zu sich selbst und sehen Arbeit als das Maß aller Dinge. Die junge Generation der Berufstätigen fragt sich hingegen immer öfter, ob es sinnvoll ist, beispielsweise in einer Werbeagentur täglich Zwölfstundenschichten zu schieben, bis auch die Marketingkampagne für das überflüssigste Smartphone fertig ist.

Viele Arbeitnehmer der Generation X haben vergessen, dass es im Leben auch noch andere wichtige Dinge gibt, wie Familie, Gesundheit oder ein Engagement für Umwelt und Gesellschaft. Die heute jungen Arbeitskräfte wollen nicht nur irgendeinem Job nachgehen, sondern in ihrem Berufsleben etwas bewegen und Freude bei der Arbeit empfinden. Dabei ist die Generation Y allen Vorwürfen zum Trotz durchaus bereit, Verantwortung zu übernehmen und Leistung zu bringen. Man muss kein Psychologe sein, um zu erkennen, dass gesunde und sozial ausgeglichene Mitarbeiter produktiver sind und ein dauerhaft hohes Überstundenkonto nicht automatisch heißt, dass am Ende bessere Arbeitsergebnisse erzielt werden.

War for Talents – Jobs mit Sinn

Deutschland liegt in Sachen innovativer Arbeitskultur nicht auf den vorderen Plätzen und viele Vorgesetzte trauen Ihren Mitarbeitern nicht zu, dass man auch via Homeoffice diszipli­niert und vielleicht sogar besonders produktiv arbeiten kann. Stattdessen halten sie Ihre Mitarbeiter lieber „from 9 to 5" im Büro unter Kontrolle und verlieren damit als Arbeitgeber an Attraktivität am Arbeitsmarkt. Dies kann in Zeiten von Arbeitskräftemangel und einem „War for Talents" fatale Folgen für ein Unternehmen haben, denn viele Arbeitskräfte bevorzugen innovative Firmen mit Vision und Sinn. Besonders gefragt sind Jobs im Umweltsektor. Dazu zählen Engagements, die Umwelt- und Klimaprobleme lösen und den grünen Wandel mitgestalten. Und der Markt wächst rasant. Studien gehen hier von einem grünen Jobwunder mit bis zu 2,4 Millionen Beschäftigten im Jahr 2025 aus. Vorreiter sind Firmen in Clean Tech-Bereichen wie erneuerbare Energien oder Elektromobilität. Auch NGOs bieten immer häufiger reizvolle Arbeitsplätze. Ebenfalls gesucht sind Anbieter von fairen Produkten und Dienstleistungen: Hierzu gehören beispielsweise nachhaltige Modelabel, die sich für fairen Handel und faire Arbeitsbedingungen einsetzen oder Naturkosmetikunternehmen, die vollständig auf Tierversuche verzichten. Auch soziale Start-ups drängen auf den Arbeitsmarkt. Immer mehr junge Gründer widmen sich der Entwicklung von grünen und sozialen Geschäftsideen und setzen sich so für eine bessere Zukunft ein. Kein Wunder, dass Sinnsucher hier ganz besonders gerne arbeiten.

Die junge Stellenbörse jobverde.de will Angebot und Nachfrage zusammenbringen und Jobs mit Zukunftspotenzial und gesellschaftlicher Verantwortung promoten. Dabei zielt sie nicht nur auf junge Menschen.

Silver Workers gesucht

Nicht nur die Generation Y sucht nach Sinn und Erfüllung. Die heute aus dem Berufsleben ausscheidenden „Rentner" werden nicht nur immer älter, sondern bleiben auch fitter und möchten sich weiter betätigen. Daher starten bereits einige Unternehmen Pilotprojekte, um dieses Potenzial für sich zu gewinnen. Denn die langjährige Berufs- und Branchenerfahrung sowie das über Jahrzehnte gewachsene Netzwerk sind sehr viel wert.

Ein weiteres Segment, das jobverde.de aufbauen will, sind Angebote für geistig oder körperlich behinderte Menschen. Nicht immer muss deren einzige Beschäftigung darin bestehen, in speziellen Behindertenwerkstätten zu „basteln". Ein stark expandierendes deutsches IT-Systemhaus hat beispielsweise ein Geschäftsmodell entwickelt, bei dem aus­gemusterte IT ausschließlich von behinderten Menschen wiederaufbereitet und weiterverkauft wird. Ein anderer großer Softwarekonzern setzt bei der Überprüfung von Programmiercodes auf die außerordentlichen Fähigkeiten von Autisten.

Engagement in CSR und Work-Life-Balance

Bei den meisten Großunternehmen ist ein CSR-Manager bereits Standard. Er ist derjenige, der das Unternehmen auf Nachhaltigkeit trimmt und fit für die Zukunft macht. Aber auch Mittelständler holen sich immer häufiger speziell ausgebildete CSR- oder Nachhaltigkeitsexperten ins Haus, um die eigenen Prozesse zu optimieren und daraus echte Wettbewerbsvorteile zu entwickeln. Durch den Fachkräftemangel werben einige Unternehmen bereits heute um New Talents mit „Benefits", die den Wünschen und Werten der Generation Y entsprechen. Dabei geht es um die flexible Verbindung von Freizeit und Arbeit, Familie und Karriere sowie Zusatzleistungen, die das Jobprofil aufwerten. Solche Anreize sind beispielsweise Homeoffice, Betriebskindergärten, Mitarbeiter-Events, Sabbaticals, Gesundheitsangebote und Betriebssport, kontinuierliche Fortbildungsmöglichkeiten oder Auslandsaufenthalte. Die Herausforderung, die sich aus den neuen Wertevorstellungen ergibt, ist die „harte" Arbeitsmoral der Generation X mit dem Sinnbewusstsein der Generation Y in Einklang zu bringen. Kluge Unternehmen können wertvolle Synergien erzeugen, wenn sie Teams aus heterogenen Mitgliedern zusammensetzen. Ziel der Stellenbörse jobverde.de ist es, die oben genannten, zukunfts­trächtigen Jobsegmente bekannter und für alle Beteiligten zugänglich zu machen. Um dies nicht nur in Deutschland, sondern europa- und weltweit zu realisieren, gehen die Macher der innovativen Jobvermittlung Partnerschaften im Nachhaltigkeits- und Hochschulumfeld ein. Angetan von den angesprochenen Zielgruppen und Zielen unterstützt auch forum das engagierte Projekt.

 

Von Johannes Fleischmann

 

Sinnvoll arbeiten – erfolgreich kooperieren

Seit 30 Jahren fördert der ALTOP Verlag mit seinen Aktivitäten Unternehmen, die zukunftsorientiert und nachhaltig wirtschaften. Dies erfolgt insbesondere durch Internetportale und Printpublikationen, wie das Magazin forum Nachhaltig Wirtschaften oder das Jahrbuch ECO-World. Um den Unternehmen dabei auch die passenden Partner als Arbeitskräfte zu vermitteln, veröffentlichen wir ab Herbst 2014 Stellenangebote und Gesuche in unseren Medien Print und Online. Dies erfolgt in Kooperation mit dem Anbieter JobVerde. Damit möchten wir auch die Suche nach befriedigenden und erfüllenden Jobs mit gesellschaftlicher Relevanz unterstützen.


Wirtschaft | Führung & Personal, 01.10.2014
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 04/2014 - Green Tech als Retter der Erde erschienen.
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