Artenschutz an der Fischtheke

Wissenschaftsjahr Meere und Ozeane ruft zu nachhaltigem Fischkonsum auf

Die große Mehrheit der Deutschen weiß kaum, welche Fischarten nachhaltig gefischt werden. Das geht aus einer Umfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut forsa für das Bundesforschungsministerium im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane durchgeführt hat. Lediglich zwei Prozent der Befragten wissen genau, welche Fische oder Meeresfrüchte man guten Gewissens essen kann. Aus der Meinungsumfrage geht auch hervor, dass es 59 Prozent der Bundesbürgerinnen und -bürger sehr wichtig ist, dass die Meeresforschung weiter vorangetrieben wird, um die Fischerei nachhaltiger auszurichten.
 
Das Wissenschaftsjahr Meere und Ozeane ruft am Vortag des Internationalen Tags des Artenschutzes zu nachhaltigem Fischkonsum auf. © BMBF/Wissenschaftsjahr 2016*17Das Wissenschaftsjahr Meere und Ozeane ruft am Vortag des Internationalen Tags des Artenschutzes zu nachhaltigem Fischkonsum auf. © BMBF/Wissenschaftsjahr 2016*17
Derzeit achten nur knapp ein Viertel der Befragten beim Kauf immer darauf, dass der Fisch im Einkaufskorb aus einem nachhaltigen Bestand stammt und ökologische Fang- oder Zuchtmethoden angewendet wurden. Bei den unter 30-Jährigen ist das sogar nur für 16 Prozent für den Kaufentscheid wesentlich. Mehr Aufklärung könnte dazu beitragen, dies zu ändern. Denn immerhin drei Viertel der Bürgerinnen und Bürger wünschen sich eine deutlichere Kennzeichnung von Fischprodukten im Handel.
 
Mit dem Rezeptwettbewerb „Klug gefischt" will das Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit EDEKA und dem WWF über nachhaltige Fischerei informieren und Orientierung geben. Mit ihrer Kaufentscheidung für nicht gefährdete Arten können Verbraucherinnen und Verbraucher dazu beitragen, die Artenvielfalt der Meere zu schützen – und somit das gesamte Ökosystem. In dem Wettbewerb sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgerufen, Gerichte mit nachhaltig gefangenem Fisch oder Meeresfrüchten zuzubereiten. Als Hilfestellung bei der Auswahl wird ihnen der Fischratgeber des WWF zur Seite gestellt. Dieser kennzeichnet nicht nur, welche Arten durch Überfischung gefährdet sind, sondern differenziert auch zwischen Beständen in unterschiedlichen Regionen. Zudem werden ökologische Aspekte von Fang und Zucht bei der Einstufung der Nachhaltigkeit berücksichtigt. Eine fachkundige Jury kürt abschließend zehn Siegerrezepte aus allen Beiträgen, die bis zum 14. April hier hochgeladen werden.
 
Anlässlich des Internationalen Tags des Artenschutzes am 3. März möchte das Bundesforschungsministerium auch auf das Problem der Überfischung hinweisen. Denn die Menschheit konsumiert weltweit deutlich mehr Fische, als es Raubfische, Robben und andere Meerestiere tun. Das wirkt sich auch auf die Wechselwirkungen in den Ozeanen aus. Die Zusammensetzung der natürlichen Nahrungspyramide verändert sich, was auch direkte Auswirkungen auf Populationen von Meeresvögeln haben kann. Die Zusammenhänge sind allerdings so komplex, dass sich die Auswirkungen der Überfischung häufig nicht genau quantifizieren lassen. Solche Änderungen auf das Ökosystem zu erfassen, ist primäre Aufgabe der Forschung. Sie ist damit von zentraler Bedeutung, um die Auswirkungen des Fischkonsums abzuschätzen, Fischbestände zu ermitteln und die Folgen von Änderungen in der marinen Nahrungskette zu analysieren – und Voraussetzung für den Schutz unserer Ozeane.
 
Das Meinungsbild von forsa stützt sich auf die Befragung von 1.003 Menschen ab 18 Jahren im Februar 2017.
 
Weitere Informationen finden Sie hier.
 
Kontakt:
Christine Rutke, Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane

Lifestyle | Essen & Trinken, 02.03.2017

     
        
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