Print und Nachhaltigkeit - kein Widerspruch

Auch im digitalen Zeitalter kommen Druckerzeugnisse nicht aus der Mode

Viele Menschen schätzen immer noch das haptische Erlebnis, Infos, Mitteilungen, Nachrichten oder Werbebotschaften "anfassen" zu können. Print-Erzeugnisse werden daher weiterhin unser Leben begleiten. Dabei stellt sich auch die Frage der Nachhaltigkeit.

© andreas 1600578, pixabay.com© andreas 1600578, pixabay.com
Auf den ersten Blick mag die Druck-Branche nicht als Wirtschaftszweig mit den größten Umwelt-Problemen erscheinen. Schaut man genauer hin, lassen sich doch eine Vielzahl an "umweltkritischen" Aspekten entdecken. Sie betreffen den gesamten Herstellungsprozess. Es überrascht daher nicht, dass dem Thema Nachhaltigkeit bei Druckdienstleistern eine zunehmende Bedeutung zukommt.

Umweltkritische Bereiche beim Print - ein Überblick 
Angesichts des allgemein gewachsenen Umweltbewusstseins und des Klimawandels geht es in der Druckwirtschaft um umweltfreundliche Verfahren wie zum Beispiel Druck mit dem Rollendruck-Verfahren. Das gehört nicht nur zum unternehmerischen Selbstverständnis, sondern ist auch ein Wettbewerbsfaktor. Nicht umsonst werben immer mehr Druckdienstleister mit "klimaneutralem Druck". Tatsächlich spielen Emissionen, Ressourcen-Verbrauch und Umweltrisiken beim Druck an vielen Stellen eine Rolle. Hier einige Beispiele:

  • Das Material: Print braucht notwendigerweise Papier. Die Papierherstellung selbst ist ein umweltkritischer Prozess. Das fängt beim Holzverbrauch an, reicht über die Herstellungsverfahren und den Transport bis hin zur Abfallerzeugung und -Beseitigung.
  • Die Druckkapazitäten: Um drucken zu können, müssen entsprechende Maschinen- und Raumkapazitäten vorgehalten werden. Für Instandhaltung, Verwaltung und Sicherstellung des Betriebs wird Energie benötigt, Wasser und Wärme ebenso.
  • Der Druckprozess: ist an sich ein energieintensives Verfahren. Druckfarben, Reinigungsmittel und andere Stoffe, die beim Drucken eingesetzt werden, sind oft umweltproblematisch. Der Transport der Druckerzeugnisse ist mit Emissionen verbunden.  

Wie Nachhaltigkeit erzielt wird - Beispiel Rollendruck  
Schon daraus wird deutlich, dass es nicht immer gelingen wird, negative Umweltauswirkungen zu vermeiden. So kann auf Papier ebenso wenig verzichtet werden wie auf Transport. Dort wo Umweltschädigungen und Emissionen unvermeidlich sind, muss es darum gehen, solche Negativeffekte durch geeignete Maßnahmen zu kompensieren.

Dennoch können Druckunternehmen selbst etwas dafür tun, um schädliche Umweltauswirkungen zu reduzieren - zum Beispiel beim Rollendruck. Mit dem Rollendruck-Verfahren wird eine Bahn aus Papier von einer Rolle abgwickelt und maschinell bedruckt. Es ist ein Offset-Druckverfahren, bei dem eine Papierbahn durch ein System von um die eigene Achse rotierenden Zylindern läuft. Rollenmaschinen mit unterschiedlichen Zylinderumfängen erlauben, die Produktion optimal auf diverse Papier-Formate einzustellen. Mit dem Verfahren lassen sich so dank variabler Zylinder die Papierabfälle nachhaltig minimieren.

Weitere Beispiele für Nachhaltigkeit beim Druck 

  • Beispiel Energieverbrauch: Auch in Druckereien gibt es noch unausgeschöpfte Potentiale für mehr Energieeffizienz. Die Palette reicht vom selbst erzeugten Strom (via Photovoltaik-Anlage auf dem Dach) über Öko-Strombezug bis zu Energieeinsparungen im laufenden Betrieb.
  • Beispiel "Öko-"Papier: Die Verwendung von "reinem" Umweltpapier (= Recyclingpapier) wird nicht immer möglich sein. Es gibt aber zertifiziertes Papier, bei dessen Herstellung ebenfalls auf Ökologie geachtet wird. Ein bekanntes Zertifikat ist das FSC-Siegel, das für Holzverwendung aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern steht.
  • Beispiel Farbwahl: Es gibt inzwischen hochqualitative Druckfarben, die nicht "chemisch" erzeugt sind, sondern aus natürlichen Harzen und pflanzlichen Ölen hergestellt werden. 

Die Liste ließe sich mühelos fortsetzen. Mit Kompensationsmaßnahmen und eigenen Aktivitäten für Nachhaltigkeit können Druckdienstleister eine neutrale Klimabilanz darstellen, im besten Fall ist sie sogar positiv.


Wirtschaft | Lieferkette & Produktion, 28.03.2018

     
        
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