Der feste Arbeitsplatz ist Geschichte
Notwendig sind agile Strukturen
Diesen Beitrag von Heiko von Luis Neves, Deutsche Telekom AG finden Sie im B.A.U.M.-Jahrbuch 2017 - Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Der technologische Wandel bietet zahlreiche Chancen, unsere Gesellschaft zum Positiven zu verändern. Dennoch sind wir nicht blind für die möglichen Gefahren und Risiken der neuen Technologien und setzen uns daher intensiv mit den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung auseinander.
Notwendig sind agile Strukturen
Für Unternehmen bringt die Digitalisierung elementare Herausforderungen mit sich. So kommt eine Studie der Managementberatung Detecon in Zusammenarbeit mit dem Branchenverband der Digitalwirtschaft Bitkom zu dem Ergebnis, dass Unternehmen zukünftig in zwei „Betriebsmodi" fahren sollten: Sie müssen weiterhin eine zuverlässige Leistung im Kerngeschäft bieten, aber zugleich auch die kundenzentrierte Innovationskraft und Schnelligkeit von Start-ups. Und das geht – der Studie zufolge – nur mit agilen Strukturen. Die Studie ermittelte, wie sich die Unternehmens-IT in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich entwickeln wird und lieferte auf dieser Basis ein präzises Organisationszielbild für ein digitales und agiles Unternehmen. Die Digitalisierung von Arbeitsplätzen ist dabei eine elementare Voraussetzung, um im künftigen Wettbewerb um digitale Innovationen bestehen zu können. Neben agilen und schnellen Prozessen ist auch eine Aufbauorganisation notwendig, bei der vernetzte, abteilungsübergreifende digitale Teams eine fundamentale Rolle spielen. Das hat auch die Deutsche Telekom für sich erkannt.
„Future Work" bei der Deutschen Telekom
Mit dem Projekt „Future Work" stellt das Unternehmen einmal mehr Vertrauen und Eigenverantwortung ins Zentrum ihrer Beziehung zu den Mitarbeitern. Dies fördert eine innovative Arbeitskultur und entspricht den Wünschen und Bedürfnissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zukünftig werden Ergebnis und Produktivität über das berufliche Fortkommen entscheiden und nicht mehr bloße Präsenz. Die Arbeit als ein wesentlicher Bestandteil des Lebens wird damit bunter und abwechslungsreicher. Vor Ort wird dies unterstützt durch eine besondere Raumaufteilung und die Möglichkeit, den Arbeitsplatz bei „Future Work" frei zu wählen. Dies ermöglicht eine deutlich einfachere Kommunikation und eine optimale Zusammenarbeit der Kollegen. „Changing Workplaces" bereiten Mitarbeiter auf Veränderungen der Arbeitswelt vor, die heute von flexiblen Arbeitszeiten bis hin zu „Desk Sharing" reichen – der feste, bürogebundene Arbeitsplatz wird bald Geschichte sein. Zukunftsorientierte Arbeitsformen kennzeichnen Unternehmen als innovativen Arbeitgeber und erhöhen die Arbeitgeberattraktivität, da sie dem Wunsch der Menschen Rechnung tragen, durch mehr Flexibilität Beruf und Privatleben besser miteinander verbinden zu können. Nicht umsonst haben „Mitarbeiter, die ihren Arbeitsort frei wählen können… eine um +8% höhere Mitarbeiterzufriedenheit" (Quelle: Gensler 2013).

ein besseres Arbeitsgefühl. Das Unternehmen profitiert durch weniger Fehltage sowie mehr Platz für
Kreativität. Darüber hinaus wird zukünftig Geld gespart, da Bürogebäude, die nicht mehr benötigt
werden, nach Auslaufen der Mietverträge aufgegeben werden können.
Die Deutsche Telekom hat bereits umfangreiche Erfahrungen mit diesem Veränderungsprozess sammeln können. Selbstverständlich gibt es auch Mitarbeiter, die den Veränderungen skeptisch bis kritisch gegenüber stehen. Im Großen und Ganzen wird der Wandel jedoch von den Mitarbeitern akzeptiert, weil sie die stärkere Flexibilität und mehr Eigenverantwortung begrüßen. Desweiteren wird die Arbeit in den „Future Work"-Flächen größtenteils als stressfrei und entspannt empfunden: ein guter und wichtiger Start in die Arbeit der Zukunft.
Luis Neves ist Konzernbeauftragter für Klimaschutz und Nachhaltigkeit der Deutschen Telekom AG. Der studierte Historiker ist seit 2004 für das Telekommunikationsunternehmen tätig. Zudem ist er Vorsitzender der Global e- Sustainability Initiative (GeSI) und gehört der Jury der GreenTec Awards an.
Quelle: BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
Wirtschaft | Führung & Personal, 01.01.2017

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