B.A.U.M.-Jahrbuch: Jetzt kostenlos reinlesen

Wirtschaften für den Schutz der Biologischen Vielfalt

Ideen für biodiversitätsfreundliche Unternehmen in sieben Schutzgebieten

Eine neue Veröffentlichung des Global Nature Fund stellt Unternehmensansätze vor, welche den Schutz der Biologischen Vielfalt in und um Schutzgebiete mit erfolgreichem Wirtschaften verbinden. Der Leitfaden zur Entwicklung von biodiversitätsfreundlichen Unternehmen wurde im EcoKarst-Projekt entwickelt und im Juni auf einer großen Abschlusskonferenz in Slowenien interessierten Unternehmen, Agenturen zur Regionalentwicklung und der Zivilgesellschaft vorgestellt.
 
Immer mehr ländliche Gebiete im Donauraum sind mit einer zunehmenden Landflucht konfrontiert. Junge Menschen finden keinen Arbeitsplatz und beschließen, in Städte zu ziehen, so dass eine alternde Bevölkerung auf dem Land zurückbleibt. Darüber hinaus führen die Ausbeutung natürlicher Ressourcen und die Zerstörung der Natur aufgrund der fortschreitenden ökonomischen Entwicklung zu einem dramatischen Verlust der Biologischen Vielfalt.
 
Development Guide for Pro Biodiversity Business © Global Nature FundUm diese negativen Entwicklungen aufzuhalten, unterstützt der Global Nature Fund (GNF) das Konzept biodiversitätsfreundlicher Unternehmen "Pro Biodiversity Business" (PBB). Dies fördert wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen, die gleichzeitig einen positiven Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten. Zweieinhalb Jahre hat der GNF an dem PBB-Konzept gearbeitet, internationale positive Beispiele gesammelt, Interviews geführt und erste Ansätze in sieben Pilotregionen im Donauraum vorgestellt. Im neuen "Development Guide for Pro Biodiversity Business" stellt der GNF für verschiedene Unternehmensarten, wie landwirtschaftliche Betriebe, Weiterverarbeitung von natürlichen Ressourcen oder den Vertrieb von Bio-Lebensmitteln, erfolgreiche Beispiele und Ideen für Maßnahmen vor. Die Publikation richtet sich nicht nur an die beteiligten Projektpartner in Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Österreich, Ungarn und Rumänien, sondern an ein breites Publikum von Unternehmern, Anwohnern, Naturschützern und interessierten Institutionen.
 
Die Abschlussveranstaltung des Projekts, die Ende Juni in Postojna in Slowenien stattfand, ermöglichte angereisten Unternehmern, Vertretern von Regionalentwicklungsagenturen und Projektpartnern, die Auswirkungen der PBBs auf den ländlichen Raum, die Integration in Unternehmen sowie die Potentiale für weitere Aktivitäten zu diskutieren. „Ein erfolgreiches PBB arbeitet mit lokalen Partnern zusammen und stellt eine Verbindung zur Region und ihren Besonderheiten her. Beide Komponenten machen ein PBB langfristig nachhaltig und wirtschaftlich erfolgreich", fasst Ana Bordjan, EcoKarst-Projektkoordinatorin beim Slowenischen Forstdienst (SFS) zusammen.
 
Ideen für biodiversitätsfreundliche Unternehmen in sieben Schutzgebieten
In jeder der sieben Pilotregionen wurden die besten biodiversitätsfreundlichen Unternehmen ausgezeichnet. Projektpartner und Unternehmen aus den Projektregionen waren sich einig, dass die Auszeichnung eine Anerkennung ihrer Arbeit und eine Möglichkeit ist, Touristen und Anwohner für den Wert ihrer Arbeit und den Schutz der Natur zu sensibilisieren und damit einen wichtigen Beitrag zu leisten, ländliche Regionen wieder attraktiv für junge Menschen zu machen.
 
Zahlreiche Unternehmen mit kreativen Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität, wie das holzverarbeitende Unternehmen "SC Natural Timber" aus Rumänien, hatten sich beworben. SC Natural Timber stellt Nisthilfen und Unterkünfte für Vögel, Insekten und Fledermäuse sowie Holzartikel für den Hausgebrauch und die Gartenarbeit her. Mit Schutzräumen für Wildtiere trägt das Unternehmen in Regionen mit intensiver Landwirtschaft zum Schutz der Biodiversität und natürlicher Ressourcen bei. Eine prämierte Aktion aus Serbien ist der Bürgerverband "Bios" im Nationalpark Tara. Deren Geschäftsidee ist die traditionelle Herstellung von Seife. In die Produktion und die Beschaffung der natürlichen Rohstoffe werden die lokalen Bewohner einbezogen. Dadurch leistet der Bürgerverband einen Beitrag zum Erhalt des Kultur- und Naturerbes und schafft Einkommen für die Menschen der Region. Viele weitere faszinierende Ansätze sind im Laufe des Projekts entstanden und sorgen dafür, dass der Biodiversitätsschutz Perspektiven für die lokale Bevölkerung schafft.
 
Über ECOKARST
Der Leitfaden wurde im Projekt "ECO KARST – Ökosystemleistungen von Karst-Schutzgebieten – Treibende Kräfte für eine nachhaltige Entwicklung vor Ort" entwickelt. Das Projekt wurde im Rahmen des Interreg Danube Transnational Programmes (DTP) umgesetzt und durch die Europäische Union mitfinanziert (ERDF und IPA). Weiterführende Informationen finden Sie auf der Website
 
Kontakt: Andrea Peiffer, Global Nature Fund (GNF) | peiffer@globalnature.orgwww.globalnature.org

Umwelt | Biodiversität, 03.07.2019

Cover des aktuellen Hefts

Afrika – Kontinent der Entscheidung

forum Nachhaltig Wirtschaften 02/2019

  • Small is beautiful: Tiny Houses
  • Das Plastik-Problem anpacken
  • E-Mobilität
  • Wirtschaftsverbrechen
  • Solarguerilla
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
12
SEP
2019
Zermatt Summit 2019
Humanizing Globalization
CH-3920 Zermatt


21
NOV
2019
12. Deutscher Nachhaltigkeitstag
Nachhaltigkeit 2019: Anders denken. Neu verknüpfen. Kraftvoll umsetzen.
40474 Düsseldorf


Alle Veranstaltungen...
12 Vorteile eines strukturierten Nachhaltigkeitsmanagements für Unternehmen. Kostenloses Whitepaper!

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!


Philosoph aus Leidenschaft

Angedacht ...
RECHT... zur aktuellen Weltsituation.




  • PEFC Deutschland e. V.
  • Bayer Aktiengesellschaft
  • Deutsche Telekom AG
  • Global Nature Fund (GNF)
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Alfred Ritter GmbH & Co. KG
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene


Bundesweiter Pflanz-Wettbewerb. 1. April bis 31. Juli 2019. Jederzeit anmelden: Alle Flächen, alle Menschen können mitmachen!