Bauern sollen handeln statt protestieren

Anstatt nur öffentlich zu demonstrieren, sollen Landwirte bei der Lösung der von ihnen verursachten Umweltprobleme mitwirken

Für den 26. November hat die bäuerliche Initiative „Land schafft Verbindung" zu einer Traktoren-Sternfahrt nach Berlin aufgerufen, um gegen die aktuelle Agrarpolitik zu demonstrieren. In diesem Zusammenhang sollen auch in Bayern Demonstrationsveranstaltungen stattfinden. Ziel der anhaltenden Protestaktionen der Landwirte sei ein ernsthafter Dialog über die Rolle der Landwirtschaft in der Gesellschaft. „Doch anstatt seit Wochen über fehlende Anerkennung in der Gesellschaft öffentlich zu jammern, sollte sich die bayerische Landwirtschaft lieber konstruktiv an der Umsetzung der Ziele des Volksbegehrens Artenvielfalt „Rettet die Bienen!" beteiligen", so Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des LBV. Die Mehrheit der Bayern möchte mehr Artenschutz und das gilt es von allen Beteiligten anzuerkennen. „Die konventionellen Landwirte sollen endlich aufhören, die vorhandenen Probleme zu leugnen: dramatischer Artenschwund auf Äckern und Wiesen, die zu hohen Nitratwerte im Grundwasser und die negativen Auswirkungen von Pestiziden und Monokulturen", fordert Schäffer. „Ein weiter wie bisher kann es nicht geben, damit die Biologische Vielfalt und die Bauern überleben", betont der LBV-Vorsitzende.
 
Anstatt nur öffentlich zu demonstrieren, sollen Landwirte bei der Lösung der von ihnen verursachten Umweltprobleme mitwirken. © wafr, pixabay.comAnstatt nur öffentlich zu demonstrieren, sollen Landwirte bei der Lösung der von ihnen verursachten Umweltprobleme mitwirken. © wafr, pixabay.com
Schon seit einigen Monaten versuchen bayerische Landwirte mit Aktionen wie dem Aufstellen von grünen Kreuzen, Sternfahrten oder dem Anzweifeln des Erfolgs von „Rettet die Bienen!" das erfolgreichste Volksbegehren in der Geschichte Bayerns auszuhebeln. „Mit dem Volksbegehren und dem Begleitgesetz wird ausdrücklich die bäuerliche Landwirtschaft unterstützt", erklärt Schäffer. Aus Sicht des LBV werden die Ziele des Volksbegehrens nur gemeinsam mit den Bauern erreicht. „Wir wollen den Artenschutz und zugleich eine bessere Vergütung für die Landwirte endlich zusammenbringen. So wird die Staatsregierung neue Förderprogramme, Ausgleichszahlungen und Unterstützung bei der Vermarktung ökologischer Produkte anbieten müssen", so der LBV-Vorsitzende. „Das seit 1. August gültige neue Naturschutzgesetz sorgt somit für einen gesetzlichen Rahmen, von dem auch die Landwirtschaft profitiert. Wir sind offen für einen konstruktiven Dialog mit den Landwirten."
 
In der Europäischen Union werden jährlich 58 Milliarden Euro für Agrarsubventionen ausgegeben. Das sind 114 Euro pro EU-Bürger. Doch nur ein Bruchteil davon fließt an Landwirte für naturverträgliche Maßnahmen. Der Großteil der Subventionen belohnt die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft und beschleunigt so das Vogel- und Insektensterben. Die Gesellschaft hat daher ein Recht, Einfluss auf die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen zu nehmen. Über 18 Prozent der bayerischen Wahlberechtigten haben diesem eindeutigen Wunsch im Volksbegehren Ausdruck verliehen.
 
Landwirte, die Leistungen für das Gemeinwohl bringen, sollen nun noch stärker gefördert und die Umstellung auf ökologischen Landbau muss noch intensiver unterstützt werden. Diese Auswirkungen des Volksbegehrens sind eine echte Chance und wirtschaftliche Perspektive für Bayerns Landwirte. Besonders kleine und mittelständische Betriebe, die im Vertragsnaturschutz mitarbeiten oder auf Ökolandbau umstellen, werden profitieren", sagt der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer.
 
Kontakt: Markus Erlwein, Landesbund für Vogelschutz e.V. | presse@lbv.de | www.lbv.de

Lifestyle | Essen & Trinken, 26.11.2019

     
        
Cover des aktuellen Hefts

Save the Ocean

forum 02/2025 ist erschienen

  • Regenerativ
  • Coworkation
  • Klimadiesel
  • Kreislaufwirtschaft
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
21
MAI
2025
LVR-Kulturkonferenz 2025: Kultur. Nachhaltig. Wirtschaften.
Welchen Beitrag leistet Kultur zum wirtschaftlichen Wachstum?
47805 Krefeld
Alle Veranstaltungen...

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Politik

Wahrheit als Machtmittel
Christoph Quarch analysiert das Aus für Faktenchecks auf Instagram und Facebook
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Wie gelingt wirksamer Dialog?

Sie entscheiden die Zukunft

Sweco-Bericht: Fünf wichtige Trends der Biodiversitätsagenda Europas

Mit Herz und Hand

Hidden Champion OEMs

LVR-Kulturkonferenz 2025: Kultur. Nachhaltig. Wirtschaften. | Krefeld, 21. Mai

Hat das Instrument der Demonstrationen ausgedient?

Klimaaktivismus mit Haltung

forum extra, Beilage in der Wirtschaftswoche
  • NOW Partners Foundation
  • toom Baumarkt GmbH
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • circulee GmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Kärnten Standortmarketing
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • ECOFLOW EUROPE S.R.O.
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Engagement Global gGmbH
  • NOW Partners Foundation
  • toom Baumarkt GmbH
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • circulee GmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Kärnten Standortmarketing
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • ECOFLOW EUROPE S.R.O.
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Engagement Global gGmbH