Solidarischer Protest gegen Wasserentnahme:
Frauen aus Kruscica stärken albanischer Bewegung den Rücken
In einem Akt der Solidarität und des Widerstands besuchten die
"Mutigen Frauen von Kruscica" aus Bosnien-Herzegowina das Shushica-Tal
in Albanien. Sie unterstützen damit den Kampf gegen ein umstrittenes
Wasserentnahmeprojekt. Am 12. Juli bildeten sie gemeinsam mit den
Bewohnerinnen und Bewohnern des Shushica-Tals eine symbolische
Menschenkette über die Shushica vor der historischen Brücke in Brataj.

Die Frauen von Kruscica erlangten internationale Anerkennung für ihren
mutigen und entschlossenen Einsatz für den Schutz ihres Flusses. So
erhielten sie den angesehenen Goldman Environmental Prize (2021) sowie den EuroNatur-Preis (2019) für ihr unerschütterliches Engagement. Mehr als 500 Tage lang
hielten die mutigen Frauen rund um die Uhr eine Blockade aufrecht und
konnten so die Errichtung von zwei Wasserkraftwerken verhindern, die
ihre Wasserversorgung gefährdet hätten. Ihr ebenso friedlicher wie
kraftvoller Widerstand wurde zu einem Musterbeispiel von
Umweltaktivismus und inspirierte Gemeinschaften auf der ganzen Welt.
Mit ihrem Besuch im Shushica-Tal lenken die mutigen Frauen die Aufmerksamkeit auf ein zerstörerisches Wasserentnahmeprojekt an diesem Nebenfluss der Vjosa, der Teil des Vjosa-Wildfluss-Nationalparks ist. Das Projekt, das Wasser an die Mittelmeerküste umleiten soll, um dort für Massentourismus bereitzustehen, stieß auf breiten Widerstand von lokalen Gemeinschaften und Umweltschutzgruppen.
Monatelange Proteste lokaler Gemeinden gipfelten in einer Protestaktion in Tirana am 25. Mai, bei der ein großes Rohr, geschmückt mit 1.500 Unterschriften, vor dem Büro von Premierminister Edi Rama platziert wurde. Die Entschlossenheit der lokalen Bevölkerung wurde durch die Unterstützung der Frauen von Kruscica gestärkt.
"Wir sind hier, um unseren Schwestern und Brüdern im Shushica-Tal den Rücken zu stärken und sie zum Widerstand zu motivieren, denn wir wissen um die verheerenden Auswirkungen, die solche Projekte auf die Gemeinden haben können", sagt Amela Zukan, eines der Gesichter der Kruscica-Bewegung. "Der Kampf um Shushica ähnelt dem um Kruscica. Unsere Flüsse sind die Lebensadern unseres Landes und wir müssen sie für künftige Generationen bewahren."
"Heute zeigten wir Einigkeit und Entschlossenheit in unserem gemeinsamen Einsatz gegen die Zerstörung unseres Flusses. Wir bitten Premierminister Rama, dieses Projekt zu stoppen und auf die Stimme der Einheimischen zu hören", sagt Astrit Balilaj, Bürgermeister aus dem Shushica-Tal.
Hintergrundinformationen:
Mit ihrem Besuch im Shushica-Tal lenken die mutigen Frauen die Aufmerksamkeit auf ein zerstörerisches Wasserentnahmeprojekt an diesem Nebenfluss der Vjosa, der Teil des Vjosa-Wildfluss-Nationalparks ist. Das Projekt, das Wasser an die Mittelmeerküste umleiten soll, um dort für Massentourismus bereitzustehen, stieß auf breiten Widerstand von lokalen Gemeinschaften und Umweltschutzgruppen.
Monatelange Proteste lokaler Gemeinden gipfelten in einer Protestaktion in Tirana am 25. Mai, bei der ein großes Rohr, geschmückt mit 1.500 Unterschriften, vor dem Büro von Premierminister Edi Rama platziert wurde. Die Entschlossenheit der lokalen Bevölkerung wurde durch die Unterstützung der Frauen von Kruscica gestärkt.
"Wir sind hier, um unseren Schwestern und Brüdern im Shushica-Tal den Rücken zu stärken und sie zum Widerstand zu motivieren, denn wir wissen um die verheerenden Auswirkungen, die solche Projekte auf die Gemeinden haben können", sagt Amela Zukan, eines der Gesichter der Kruscica-Bewegung. "Der Kampf um Shushica ähnelt dem um Kruscica. Unsere Flüsse sind die Lebensadern unseres Landes und wir müssen sie für künftige Generationen bewahren."
"Heute zeigten wir Einigkeit und Entschlossenheit in unserem gemeinsamen Einsatz gegen die Zerstörung unseres Flusses. Wir bitten Premierminister Rama, dieses Projekt zu stoppen und auf die Stimme der Einheimischen zu hören", sagt Astrit Balilaj, Bürgermeister aus dem Shushica-Tal.
Hintergrundinformationen:
- Die Shushica - inklusive ihrer Quelle - ist ein wichtiger Nebenfluss der Vjosa und seit März 2023 Teil von Europas erstem Wildfluss-Nationalpark. Das Wasserentnahmeprojekt wird von der deutschen Entwicklungsbank KfW und der EU (Western Balkans Investment Framework) finanziert und von der österreichischen STRABAG errichtet. Die 17 km lange Pipeline von Kuç nach Himara ist fast fertiggestellt, aber der Ableitungsdamm - der entscheidende und zerstörerischste Teil des Ausleitungsprojekts - wurde noch nicht gebaut. Die lokalen Gemeinden sind entschlossen, den Bau dieses Dammes zu verhindern.
Die Shushica nahe des Örtchens Brataj, ca. 10 Kilometer von der geplanten Wasserentnahmestelle. Zukünftig könnte die alte osmanische Brücke über ein ausgetrocknetes Flussbett führen. © Ulrich Eichelmann
- Die Vjosa ist der letzte große unberührte Wildfluss in
Europa (außerhalb Russlands). Auf einer Länge von fast 270 Kilometern
fließt der Fluss vom Pindus-Gebirge bis zur Adria. Im März 2023, nach
zehn Jahren Kampagnenarbeit durch internationale NGOs, hat die
albanische Regierung den ersten Wildfluss-Nationalpark Europas
ausgerufen.
- Die Initiative zum Schutz der Vjosa ist Teil der Kampagne
"Rettet das Blaue Herz Europas". Die Kampagne wird von den
internationalen Naturschutzorganisationen Riverwatch und EuroNatur
koordiniert und gemeinsam mit Partnerorganisationen in den Balkanländern
umgesetzt. Der lokale Partner in Albanien ist EcoAlbania. Weitere
Informationen unter balkanrivers.net/de.
- Bei unseren Bemühungen, die Vjosa als Nationalpark zu
schützen, arbeiten wir mit dem Outdoor-Unternehmen Patagonia zusammen.
Die Kampagne wird unter anderem unterstützt von:
Manfred-Hermsen-Stiftung.
- EuroNatur-Preis: Der EuroNatur-Preis ist undotiert. Mit ihm werden herausragende Leistungen für den Naturschutz gewürdigt. Frühere Preisträger sind u.a. die Gemeinde Mals in Südtirol, der Weltbiodiversitätsrat IPBES, US-Bestsellerautor Jonathan Franzen und im Jahr 2019 die "mutigen Frauen von Kruscica".
Kontakt: EuroNatur, Christian Stielow | christian.stielow@euronatur.org | www.euronatur.org
Umwelt | Naturschutz, 12.07.2024

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