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Black Planet für BP

Stiftung ethecon übergibt Schmähpreis

Am Donnerstag, 14. April 2011, übergaben in London mehrere Vertreter von ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie den Internationalen ethecon Black Planet Award 2010 an den BP-Konzern. Dies geschah im Rahmen der ersten BP-Aktionärshauptversammlung nach der von dem Konzern verschuldeten Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Kurz vor dem Jahrestag der Explosion der Deepwater Horizon-Ölplattform will ethecon mit der Übergabe des Schmähpreises an die Verantwortung des BP-Konzerns erinnern.

Kurz vor dem Jahrestag der Explosion der Deepwater Horizon-Ölplattform übergibt ethecon den Black Planet Award an den BP-Konzern und erinnert damit an dessen Verantwortung.
Foto: © ideum
Auf Initiative von ethecon nahmen in Kooperation mit dem Gulf Coast Fund auch mehrere betroffene Fischer aus der Region an der Hauptversammlung und einer Informationsveranstaltung am Abend des 12. April teil. Ebenfalls vor Ort war die amerikanische Umweltaktivistin und ethecon Blue Planet Preisträgerin Diane Wilson, die für ihre Protestaktionen gegen BP und die Ölpest im vergangenen August zu einer Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren auf Bewährung verurteilt worden ist.

Diane Wilson ist erbost über die Boni, die mehrere Firmen an für die Ölpest verantwortliche Führungskräfte zahlen, darunter auch zwei BP-Manager. "BP hat bei der Sicherheit geschlampt, um mehr Profit zu machen. Anstatt dafür aus der Golfregion herausgeworfen zu werden, erhalten sie sogar neue Bohrgenehmigungen." Sie fordert, dass an BP ein Exempel statuiert wird.

"Mit dem Black Planet Award nennt die Stiftung ethecon die Verantwortlichen für die Umwelt- und anderen Verbrechen des BP-Konzerns beim Namen", erklärt ethecon-Vorstand Axel Köhler-Schnura. "Es sind der ehemalige Vorstandsvorsitzende Tony Hayward, der aktuelle Vorstandsvorsitzende Bob Dudley, der Vorsitzende des Aufsichtsrates Carl-Henric Svanberg, die weiteren Mitglieder des leitenden Managements sowie die GroßaktionärInnen des Konzerns." In einem umfangreichen Fakten-Dossier weist ethecon nach, dass die Genannten die Verantwortung dafür tragen, dass bei BP das Gewinnstreben über die Sicherheit der Beschäftigten, der Gesundheit der AnwohnerInnen und den Schutz der Umwelt gestellt wird. Damit trügen sie dazu bei, dass die Erde als Schwarzer Planet ende. Köhler-Schnura begründete auf der Hauptversammlung des Konzerns die Schmähung durch den Internationalen Black Planet Award 2010 mit der Verlesung eines Offenen Briefes.

Das Informationstreffen im Vorfeld der Aktionärsversammlung wurde gemeinsam mit dem UK Tar Sands Network, Greenpeace und anderen britischen und kanadischen Umweltorganisationen veranstaltet. Diese versuchen, den BP-Konzern vom Ausbau der Ölgewinnung durch Teersand in Kanada abzuhalten.

Seit 2006 verleiht "ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie" jährlich zwei Preise. Der internationale Positiv-Preis "Blue Planet Award" würdigt außerordentlichen Einsatz zum Erhalt und zur Rettung des "Blauen Planeten". Der internationale Schmähpreis "Black Planet Award" prangert außerordentliche Verantwortung für den Ruin und die Zerstörung des "Blauen Planeten" an. Mit den Positivpreisen hat ethecon in den vergangenen Jahren Diane Wilson/USA (2006), Vandana Shiva/Indien (2007), José Abreu und Hugo Chávez/Venezuela (2008), Uri Avnery/Israel (2009) sowie Elias Bierdel/Österreich (2010) ausgezeichnet. Die Schmähpreise gingen bisher an die EigentümerInnen bzw. AktionärInnen und das verantwortliche Management der Konzerne Monsanto/USA (2006), Nestlé/Schweiz (2007), Blackwater (Xe)/USA (2008), Formosa Plastics Group/Taiwan (2009) und BP/Großbritannien (2010).

ethecon ist im Gegensatz zu den vielen Konzern-, Familien-, Kirchen-, Partei- und Staatsstiftungen eine der wenigen Stiftungen "von unten", die sich mit ihren derzeit 19 StifterInnen und dem Leitmotiv "Für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung!" in der Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen sieht. Die noch junge Stiftung finanziert sich über Zustiftungen, Spenden und Fördermitgliedschaften.

Quelle: Bettina Schneider
Umwelt | Umweltschutz, 14.04.2011

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