Zustand des Klimas in Europa
Copernicus-Klimadienst und Copernicus-Dienst zur Überwachung der Atmosphäre stellen im EU-Parlament eine Zusammenfassung zum Zustand des Klimas in Europa vor
Der Copernicus-Klimadienst (C3S) und der Copernicus-Dienst zur Überwachung der Atmosphäre (CAMS), die beide vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) betrieben werden, stellen am 10. April im Europäischen Parlament in Brüssel eine Zusammenfassung zum Zustand des Klimas in Europa, einen Überblick über die Klimaindikatoren im Jahr 2017, vor. Die Veranstaltung findet unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments statt, Gastgeber sind die EU-Abgeordneten Flavio Zanonato und Klaus Buchner.

Die vom EZMW durchgeführten Copernicus-Dienste überwachen routinemäßig Daten weltweit. Von Copernicus erhobene Satelliten- und In-situ-Daten werden in hochmoderne Computermodelle eingepflegt, aus denen dann aktuelle Karten, Grafiken, Prognosen und viele andere Materialien erstellt werden. Aus diesen Informationen hat das EZMW die „European State of the Climate Summary – 2017" (Zusammenfassung zum Zustand des Klimas in Europa – 2017) erarbeitet, eine Reihe relevanter von seinen Diensten ermittelter Indikatoren, die einen Überblick über das Jahr 2017 vor dem Hintergrund des Klimawandels geben.
Zum Beispiel waren die Durchschnittstemperaturen in Europa 2017 um 0,8 Grad höher als zwischen 1981 und 2010. Insbesondere der Südwesten Europas erlebte extreme Dürren mit sehr niedrigen Niederschlagsmengen und geringer Bodenfeuchte in der gesamten Region. Im europäischen Teil der Arktis wurde eine Verringerung der winterlichen Meereseisflächen um 600 000 km2 verzeichnet; seit den 1960er-Jahren ist bei Gletschern auf der ganzen Welt die Dicke der Eisschicht erheblich zurückgegangen. Die Zusammenfassung beschreibt die langfristige Entwicklung mehrerer wichtiger Klimavariablen, mit denen globale und regionale Trends beurteilt werden können.
Aus der Erdbeobachtung gewonnene Daten sind ein Schlüssel zum Verständnis des Zustands unseres Planeten. Indem sie kostenlose, zuverlässige und aktuelle Umweltinformationen bereitstellen, unterstützen die Copernicus-Dienste die nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der Vereinten Nationen. Die Beobachtungsdaten und Prognosen zu Treibhausgasen und Oberflächentemperaturen tragen auch zur Überwachung der Effektivität des COP21-Übereinkommens von Paris bei. Damit stellen die Copernicus-Dienste politischen Entscheidungsträgern, der Wirtschaft und der Öffentlichkeit die notwendigen Umweltinformationen bereit, damit diese gemeinsam an einer nachhaltigeren Zukunft arbeiten können.
Darüber hinaus werden auf der Veranstaltung eine Reihe praktischer Anwendungen vorgestellt, die auf den von den Copernicus-Diensten bereitgestellten Daten beruhen und betonen, wie die Informationen von Copernicus die Wirtschaft anregen und den Europäern und Europäerinnen zugutekommen. An Beispielen wird gezeigt, wie der wachsende Markt für Smartphone-Anwendungen Informationen über die Luftqualität bereitstellt oder aufstrebende Unternehmen „Klimadienstleistungen" anbieten, die zum Beispiel langfristige Klimavorhersagen nutzen, um zukünftige Flusswasserstände und Indikatoren für erneuerbare Energien zu beurteilen.
Copernicus ist das Vorzeigeprogramm der Europäischen Kommission zur Erdbeobachtung. Es stellt frei verfügbare operative Daten und Informationsdienste bereit, die den Nutzern zuverlässige und aktuelle Informationen zu ökologischen Fragen bieten.
C3S und CAMS werden beide vom EZMW im Auftrag der Europäischen Kommission betrieben. Das EZMW ist eine unabhängige zwischenstaatliche Organisation, die digitale Wettervorhersagen erstellt und diese an ihre 34 Mitglieds- und Kooperationsstaaten verteilt.
Wissenschaftliche und ökologische Institutionen aus ganz Europa, darunter die nationalen meteorologischen Dienste, sind maßgeblich am Erfolg von Copernicus beteiligt.
- Website des Copernicus-Klimadienstes
- Website des Copernicus-Dienstes zur Überwachung der Atmosphäre
- EZMW-Website
Kontakt: Silke Zollinger, Copernicus-Kommunikation | silke.zollinger@ecmwf.int
Umwelt | Klima, 08.04.2018

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