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Prämierte New Work-Geschichten

Arbeit zukunftsweisend denken

Diesen Beitrag von Thomas Vollmoeller, XING SE, finden Sie im B.A.U.M.-Jahrbuch 2019 - New Work.
 
© dlohner, pixabay.comWie sieht die Arbeitswelt von morgen aus? Diese Frage bewegt uns bei XING bereits seit vielen Jahren, denn sie ist eine der ganz großen Fragen unserer Gesellschaft. Dass sich das, was wir Arbeit nennen, radikal verändert und die Digitalisierung eine wesentliche Triebfeder dessen ist, dürfte unumstritten sein. Oft proklamieren Beobachter jedoch, dass wir nur auf eine externe Veränderungsdynamik zu reagieren hätten – so heißt etwa die gesellschaftspolitische Reaktion auf „Industrie 4.0" einfach „Arbeit 4.0". Unserer Ansicht nach ist das zu kurz gedacht. Denn wir können uns entscheiden, ob wir gestaltet werden oder selbst gestalten. Das beweisen zahlreiche Unternehmen, die Dinge anders machen, die versuchen, Arbeit menschlicher, bunter, selbstbestimmter und für den Einzelnen erfüllender zu machen. Vielfach geschieht dies jedoch jenseits des Bewusstseins der Öffentlichkeit. Mit dem New Work Award wollen wir das ändern: Wir machen solche Experimente öffentlich und bringen die damit verbundenen Ideen, Erfahrungen und Erkenntnisse in die Diskussion zur Zukunft der Arbeit ein.
 
Arbeit zukunftsweisend denken
Der New Work Award prämiert deshalb einmal jährlich Unternehmen, Teams und Einzelpersonen, die durch ihr Schaffen Leitfiguren für die neue Arbeitswelt sind. Auf diese Weise suchen wir nach Persönlichkeiten, die Arbeit innovativ und zukunftsweisend denken und neue Wege aufzeigen, einen der zentralen Bereiche in unser aller Leben zu gestalten: die Arbeit.
 
Die Diskussion um die Zukunft der Arbeit ist auch Kern dessen, was wir bei XING als unsere gesellschaftliche Verantwortung begreifen. Wir wollen unsere mehr als 15 Millionen Mitglieder durch die Umwälzungsprozesse der Arbeitswelt begleiten und ihnen zukunftsweisende Arbeitskonzepte präsentieren – mit der Vision, dass die Arbeitswelt der Zukunft eine bessere wird.
 
Innovative Unternehmen und System-Rebellen
Für den New Work Award bewerben kann sich jeder, der Arbeit innovativ organisiert. Dabei erwarten wir keine perfekten Konzepte, sondern einen Ansatz, der uns zeigt, dass die tägliche Arbeit nachhaltig verändert wird. Neben innovativen Unternehmen und Teams zeichnen wir auch Einzelpersonen, die sogenannten „New Worker", aus. Diese „System-Rebellen" sind Menschen, die aus ihrem gewohnten Umfeld ausbrechen, neue Wege gehen und damit andere ermutigen.
 
Die eingereichten Best-Practice-Initiativen und New Worker werden zunächst von einer Expertenjury aus Mitgliedern des New-Work-Ideenlabors, dessen Schirmherr Thomas Sattelberger ist, vorsortiert. Die besten Einsendungen kommen auf eine Short-List, die wir der Öffentlichkeit auf der New-Work-Website vorstellen. Dort laden wir dann zur Abstimmung über die beste Initiative und die überzeugendsten Persönlichkeiten der New-Work-Bewegung ein. Die Award-Verleihung schließlich findet auf der New Work Experience statt.
 
Beispiele für Aktivitäten der prämierten Unternehmen und Unternehmer:
Bei der Robert Bosch GmbH können auch Mitarbeiter in der Produktion Angebote wie Home Office, Jobsharing und Familienarbeitsplätze, die auf Betreuungszeiten abgestimmt sind, wahrnehmen.
 
Der Nutzfahrzeughersteller MAN erprobt mit seiner „Zukunftswerkstatt" auf 300qm neue Arbeitsweisen und zeigt damit eindrucksvoll, wie sich die Tradition eines mehr als 250 Jahre alten Unternehmens mit der Digitalisierung verbinden lässt und sichert sich so den New Work Award 2018.
 
Das Telekommunikationsunternehmen Cisco, welches 2017 Gewinner des New Work Awards wurde, punktet mit viel Eigenverantwortung statt Hierarchie. So können die Mitarbeiter nicht nur den Arbeitsort, sondern auch die Arbeitszeit frei und spontan einteilen.
 
Auf dem Online-Marktplatz „Traum-Ferienwohnungen" arbeiten die Mitarbeiter selbstorganisiert in gemischten Teams ohne Führungskräfte. Das Unternehmen wurde mit seinem Konzept Zweitplatzierter.
 
Die mit dem Award ausgezeichneten New Worker hingegen setzten unter anderem Maßstäbe im Bereich Co-Working, wie der Gründer der Design Offices Michael Schmutzer. Oder sie schafften eine Graswurzelbewegung im eigenen Unternehmen, wie zum Beispiel drei Mitarbeiter der Siemens AG, die erreichten, dass die Fertigung neu aufgestellt wurde und so flexibler, agiler und humaner geworden ist.
 
Aufgrund der großen Resonanz in den vergangenen Jahren haben wir das Konzept und den Bewerbungsprozess des Awards weiterentwickelt. Durch ein neues, multimediales Bewerbungssystem und einen offeneren, neu strukturierten Kriterienkatalog wollen wir mehr Menschen dazu bewegen, sich für den New Work Award zu bewerben. So ist es noch mehr Vordenkern möglich, ihre New-Work- Geschichte im bestmöglichen Rahmen mit der Gesellschaft zu teilen.
 
Dr. Thomas Vollmoeller ist seit Oktober 2012 CEO der XING SE. Zuvor war er Vorstandsvorsitzender der Schweizer Valora Gruppe und Vorstandsmitglied bei Tchibo sowie zehn Jahre lang bei McKinsey & Co. tätig.

Quelle: Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V. (B.A.U.M.)

Wirtschaft | Führung & Personal, 01.01.2019

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