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Öffentliche Hand könnte biobasierter reinigen

Studie zeigt: Großes Potenzial bei Reinigungsmitteln aus nachwachsenden Rohstoffen einerseits, Hürden in der Vergabepraxis andererseits

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) hat in einer Marktstudie die Beschaffungspraxis für Wasch- und Reinigungsmittel bei Bund, Ländern und Kommunen analysiert. Im Ergebnis spielen Reinigungsprodukte aus nachwachsenden Rohstoffen bei der öffentlichen Hand noch keine signifikante Rolle. 

Kaum Produktlücken bei biobasierten Wasch- und Reinigungsmitteln: Insbesondere kleine, innovative Firmen haben Reinigungsmittel aus nachwachsenden Rohstoffen im Sortiment. © Creatix - Fotolia
Die Umweltkanzlei Dr. Rhein Beratungs- und Prüfgesellschaft mbH recherchierte dazu auch den Markt, der bereits heute eine große Vielfalt biobasierter Putzmittel anbietet. Die verfügbaren Reinigungsmittel sind in der Datenbank www.die-nachwachsende-produktwelt.de aufgelistet, mit der sich die FNR direkt an Beschaffer und an Verbraucher wendet. 

Als ursächlich für den noch geringen Anteil biobasierter Wasch- und Reinigungsmittel in der Beschaffungspraxis benennen die Autoren u. a. unzureichende Nachhaltigkeitsanforderungen in den Ausschreibungen, kaum umweltbezogene Zuschlagskriterien, die dezentrale Beschaffungspraxis insbesondere in Kommunen und zu wenig Transparenz bei den Produkten selbst. 

Am Angebot an sich mangelt es indes nicht: Mehr als 350 Wasch- und Reinigungsmittel, die anteilig aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, machten die Autoren ausfindig. Die biobasierte Palette umfasst alle wesentlichen Segmente von Oberflächen- und Bodenreinigern über Sanitär-, Küchen- und Geschirrreiniger bis hin zu Textil-Waschmitteln und Hand- und Körperhygiene-Produkten. Vereinzelt sind auch Autopflegeprodukte und Desinfektionsmittel auf biobasierter Basis erhältlich. 

Um Beschaffern den Überblick zu erleichtern, hat die FNR diese Produkte mit ausführlichen Angaben zu Rohstoffen und Umweltgütezeichen in die Datenbank www.die-nachwachsende-produktwelt.de aufgenommen. Zudem geben die Autoren der Studie Empfehlungen für Anbieter und Bedarfsträger, um die Rolle biobasierter Wasch- und Reinigungsmittel in der öffentlichen Beschaffung zu stärken. 

Die Marktstudie "Nachhaltige biobasierte Produkte, Gütezeichen, Hersteller und Bedarfe der öffentlichen Hand, Los 1: Wasch- und Reinigungsmittel" wurde vom BMEL über den Projektträger FNR gefördert. Der Abschlussbericht steht auf fnr.de/projektfoerderung unter dem Förderkennzeichen 22018416 zur Verfügung. 

Hintergrund 
Unter den anerkannten Umwelt-Gütezeichen fordert einzig der Blaue Engel für die Zertifizierung im Umweltzeichen (UZ) 194 (Handgeschirrspülmittel, Allzweck-, Sanitär und Glasreiniger), UZ 202 (Waschmittel) und UZ 203 (Shampoos, Duschgele und Seifen etc.) einen Mindestanteil nachwachsender Rohstoffe im Produkt. Bisher finden sich nur unter dem UZ 194 einige zertifizierte Produkte. 
Die anderen anerkannten Umweltzeichen fordern allenfalls bei der Verwendung von Palmöl im Produkt einen Nachweis über den nachhaltigen Anbau. Andere Zertifikate benennen biobasierte Anteile am Produkt, diese sind jedoch keine Voraussetzung für die Zertifizierung. 
Der vergleichsweise geringe Anteil biobasierter, zertifizierter Produkte mag dem Umstand geschuldet sein, das KMU weder über die personellen noch finanziellen Ressourcen für kostspielige und aufwändige Zertifizierungen verfügen. Aber auch biobasierte Produkte ohne Umweltgütezeichen können hervorragende Reinigungseigenschaften haben. 

Die FNR ist Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Seit 2010 ist bei der FNR auf Initiative des BMEL das Projekt "Nachwachsende Rohstoffe im Einkauf" installiert, das die Markterweiterung für biobasierte Produkte über die Markmacht und Vorbildfunktion des öffentlichen Einkaufs als Zielstellung hat.  

Kontakt: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., Monika Missalla-Steinmann
m.missalla-steinmann(bei)fnr.de | http://beschaffung.fnr.de 

Umwelt | Ressourcen, 02.04.2019

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