Schmetterlinge Deutschlands per App erfassen
Sag mir, wo die Falter sind
Mindestens 60 Schmetterlingsarten sind in Deutschland bereits ausgestorben, 494 weitere Arten sind vom Aussterben bedroht bzw. unterschiedlich stark gefährdet. Für einen effektiven Schutz sind ausreichend Daten über Artenzahlen, Auftreten und Gefährdungsursachen unerlässlich. Dank der neuen App "Schmetterlinge Deutschlands" können jetzt alle Interessierten dabei mithelfen, Daten zu den Vorkommen einheimischer Schmetterlingsarten zu sammeln. Für Einsteigerinnen und Einsteiger eignen sich hier beispielsweise die auffallend weiß und orange gefärbten Männchen des Aurorafalters. Die Tagfalter sind an sonnigen Apriltagen auf Wiesen und an Gehölzrändern gut zu beobachten und können per App oder über die Website www.lepidoptera.de gemeldet werden.

Im Rahmen eines Projekt-Workshops stehen die beteiligten Schmetterlingsexpertinnen und -experten Medienvertretern am Samstag, 6. April ab 11 Uhr, im Senckenberg Biodiversität und Klima-Forschungszentrum, Georg-Voigt-Straße 14 in Frankfurt, für Interviews zur Verfügung. Um Anmeldung unter presse@senckenberg.de wird gebeten.
Deutschlandweit können sich alle Interessierte an der Erfassung von Schmetterlingen beteiligen und ihre Beobachtungen auf dem Internetportal "Schmetterlinge Deutschlands" unter www.lepidoptera.de melden. Jetzt können Beobachtungen bundesweit auch bequem per App an das Portal gemeldet werden. Ehrenamtliche Artenkennerinnen und Artenkenner, Forschende, Institutionen und Behörden steuern auf diese Weise Daten zu aktuell insgesamt 3.999 verschiedenen Schmetterlingsarten bei. Darunter sind neben den 3.682 in Deutschland vorkommenden Arten weitere 317 Arten aus Österreich und der Schweiz digital gesammelt. Die Arten werden nach verschiedenen Merkmalen wie Farbe, Muster und Vorderflügellänge erfasst. Anschließend werden die Daten von Expertinnen und Experten geprüft und online auf Verbreitungskarten zur Verfügung gestellt. Sie bilden die Grundlage für die Erstellung der Roten Liste der Schmetterlinge Deutschlands. Bislang sind bereits 3,3 Mio. Datensätze zusammengekommen. Online kann jeder die Verbreitung einzelner Arten auf einer Deutschland-Karte, aufgeschlüsselt nach Erfassungszeiträumen, nachvollziehen.
Die App "Schmetterlinge Deutschlands" kann auf Android und iOS-betriebenen Smartphones kostenfrei heruntergeladen werden.
Hintergrund
Bei einem Projekt-Workshop in Frankfurt werden Deutschlands Schmetterlingsexperten am 6. und 7. April 2019 über den aktuellen Projektstand berichten und Strategien für die weitere Projektentwicklung diskutieren.
Auf dem Workshop wird zudem die neue App "Schmetterlinge Deutschlands" präsentiert, mit der Beobachtungen von Schmetterlingen gemeldet werden können. Zudem stellt die App Informationen über alle einheimischen Schmetterlinge bereit. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit dem Titel "Analyse der Gefährdung der Schmetterlinge Deutschlands auf der Grundlage von Online-Verbreitungskarten zur Erstellung der neuen Roten Liste" wird seit 2016 mit Mitteln des Bundesumweltministerium gefördert und fachlich durch das BfN begleitet und betreut. Ziel des Projektes ist es, eine zusammenfassende, online frei zugängliche Verbreitungsdarstellung aller Schmetterlinge Deutschlands zu erreichen. Dieses Online-Portal soll als Grundlage für die Analyse der Gefährdung der Schmetterlinge Deutschlands für die Rote Liste 2020 ff. dienen.
Mindestens 60 Schmetterlings-Arten sind in Deutschland bereits ausgestorben, 114 weitere Arten sind vom Aussterben bedroht. Insgesamt 1.644 der 3.682 in Deutschland vorkommenden Arten sind bislang auf ihre mögliche Gefährdung untersucht worden (Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands - Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1), BfN 2016).
Spezialisten aus allen Bundesländern beteiligen sich an dem Kooperationsprojekt "Schmetterlinge Deutschlands" des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung mit dem Museum für Tierkunde in Dresden. Es wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.
Kontakt: Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe | presse@naturkundeka-bw.de
Umwelt | Biodiversität, 04.04.2019

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