Circular Design Summit 2025

NABU veröffentlicht neue Studie zur Müllverbrennung

Potenzial beim Recycling nutzen

Deutschland verbrennt zu viele Abfälle, die eigentlich gut recycelt werden könnten. Das sind die Erkenntnisse einer neuen Studie des Öko-Instituts und Alwast Consulting im Auftrag des NABU, die am 11. September in Berlin vorgestellt wurden.
 
Die Kreislaufwirtschaft kann ihren Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz leisten, wenn die Müllverbrennung eine kleinere Rolle spielt als bisher. © falco, pixabayDie Kreislaufwirtschaft kann ihren Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz leisten, wenn die Müllverbrennung eine kleinere Rolle spielt als bisher. © falco, pixabay
Würden wir unsere Abfallgesetze vollständig umsetzen, Müll konsequent trennen und geltende Recyclingquoten einhalten, müssten wir anstatt aktuell über 26 Millionen Tonnen nur noch 21 Millionen Tonnen Abfälle jährlich verbrennen. Von einem Entsorgungsnotstand, von dem aktuell häufig zu hören ist, wäre dann keine Rede mehr. Über ein Fünftel der derzeitigen Verbrennungskapazitäten deutscher Müllöfen könnte so reduziert werden. Im ehrgeizigsten Szenario der Studie sinken die Abfälle zur Verbrennung sogar um mehr als ein Drittel auf 17 Millionen Tonnen. Die Kreislaufwirtschaft kann somit ihren Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz leisten, wenn die Müllverbrennung eine kleinere Rolle spielt als bisher. Vor allem wird immer noch zu viel Bioabfall verbrannt, statt diesen für die Strom- und Wärmegewinnung zu nutzen.
 
"In Deutschland haben wir ein riesiges ungenutztes Recyclingpotenzial, das wir ohne gravierende Gesetzesänderungen heben könnten. Dafür brauchen wir aber mehr Kommunen, welche die Biotonne für alle Haushalte einführen und mehr Kreise, die den Gewerbetreibenden bei der Mülltrennung genauer auf die Finger schauen. Außerdem darf die Verbrennung von Plastikabfällen, also von fossilen Energieträgern, nicht länger steuerfrei bleiben. Das sollte auch im geplanten Klimaschutzgesetz festgeschrieben werden", sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.
 
Gäbe es eine flächendeckende Biotonne in Deutschland, könnten fast vier Millionen Tonnen des Bio- und Grünguts zu Biogas vergärt und zu Kompost verwandelt werden, statt in den Verbrennungsöfen zu landen. Ähnliches gilt für Verpackungsabfälle: Wenn die Recyclingvorgaben des Verpackungsgesetzes eingehalten würden, könnten eine Viertelmillion Tonnen Verpackungsabfälle als Recyclingmaterial ein zweites Leben erhalten. Mit einer flächendeckenden Wertstofftonne, in der neben Verpackungen auch Produkte aus Kunststoffen und Metallen gesammelt werden, würden knapp eine Millionen Tonnen Verpackungen in das Recycling geschleust statt in Verbrennungsanlagen. So ließen sich über 3,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Bei Gewerbeabfällen gibt es gesetzliche Vorgaben für mehr Recycling, die jedoch aufgrund fehlender Kontrollen der Gewerbetreibenden und Behandlungsanlagen nicht eingehalten werden. Durch Umsetzung der Gewerbeabfallverordnung könnte man somit weitere 1,7 Millionen Tonnen Abfälle jährlich der Verbrennung entziehen und 3,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen.
 
Die Studie zeigt außerdem, dass 49 der 66 Müllverbrennungsanlagen in Deutschland bis zum Jahr 2030 modernisiert werden müssen. Diese Modernisierungen, die aufgrund von Materialverschleiß etwa alle 25 Jahre erfolgen müssen, betreffen über 60 Prozent der heutigen Gesamtkapazitäten. Anstatt Hunderte von Millionen Euro in die Sanierung alter Anlagen zu stecken, sollten Bund, Länder, Städte, Kreise und Betreiber auf bessere Getrenntsammlung setzen und gemeinsame Konzepte für den räumlich sinnvollen Rückbau der Verbrennungsanlagen erarbeiten. "Das Geld wäre viel besser aufgehoben, würde man es in eine effektive Entsorgungsinfrastruktur mit mehr Sortierung und Recycling, mehr Abfallberatung und Maßnahmen zur generellen Reduzierung unserer Müllmengen stecken," so NABU-Abfallexperte Michael Jedelhauser.
Kontakt: NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) | presse@NABU.dewww.nabu.de

Umwelt | Ressourcen, 11.09.2019

     
        
Cover des aktuellen Hefts

Save the Ocean

forum 02/2025 erscheint am 01. März

  • Regenerativ
  • Coworkation
  • Klimadiesel
  • Kreislaufwirtschaft
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
27
FEB
2025
CSRD-Verschiebung - was bedeutet das für IHR Unternehmen?
forumESGready Online-Event mit Prof. Dr. Schmidpeter und Dr. Schork
Webinar
28
FEB
2025
Vom nachhaltigen Büro zur nachhaltigen Beschaffungsstrategie
Digitaldialog der Initiative Nachhaltige Beschaffung (INB)
online
20
MAI
2025
GREENTECH FESTIVAL 2025
Together we change
14055 Berlin
Alle Veranstaltungen...
CSRD-Verschiebung

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Politik

Verlässlichkeit, Wohlwollen, Verletztlichkeit
Christoph Quarchs Prüfsteine für die Vertrauenswürdigkeit von Politikern
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Durchblick im ESG-Dschungel

Meeresschutz in stürmischen Zeiten: Europas globale Verantwortung

Save the Ocean

65 Jahre ASA-Programm – 65 Jahre Welt verändern

Porsche Leipzig startet Spendenchallenge: 40.000 Euro für Nachwuchssport

Zertifikatskurs „Certified Sustainability Event Manager“ - Kursbeginn: 14. März 2025

LMS-Software auswählen leicht gemacht: Worauf Sie achten sollten

Helau, Alaf, Narri Narro!

forum extra, Beilage in der Wirtschaftswoche
  • circulee GmbH
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Global Nature Fund (GNF)
  • toom Baumarkt GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • ECOFLOW EUROPE S.R.O.
  • NOW Partners Foundation
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Engagement Global gGmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Kärnten Standortmarketing
  • circulee GmbH
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Global Nature Fund (GNF)
  • toom Baumarkt GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • ECOFLOW EUROPE S.R.O.
  • NOW Partners Foundation
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Engagement Global gGmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Kärnten Standortmarketing