In der Verwaltung wächst das Klima-Bewusstsein

Aktion sensibilisiert und fördert das Engagement / Die Rotweinstadt Ingelheim will CO2-frei werden

„Der größte Aha-Effekt ist erzielt worden, weil jeder Teilnehmende sein alltägliches Privat- und Berufsleben im Hinblick auf seine eigene CO2-Bilanz hinterfragte und dokumentierte. Und er erkennen konnte, welche Maßnahme welche Energieeinsparung bringt." Dieses Fazit zieht Dr. Christiane Döll, Beigeordnete der Stadt Ingelheim und in dieser Funktion auch für den Umweltschutz zuständig. Sie sieht in der zuletzt durchgeführten „Klima-Coach-Aktion" ein sehr gutes Instrument, um die Beschäftigten in der Verwaltung stärker für das Thema Klimaschutz zu sensibilisieren.

Strahlende Gesichter bei der Präsentation der Wettbewerbsergebnisse (noch vor Corona): Bei den Siegern stehen Oberbürgermeister Ralf Claus (ganz links), Claudia Lill von der Energieagentur Rheinland-Pfalz (Mitte vorn) sowie die Klimaschutzmanager Georg Leufen-Verkoyen (dritter von rechts) und Elisa Michel-Karacic, Klimaschutzmanagerin (ganz rechts). © Stadt IngelheimStrahlende Gesichter bei der Präsentation der Wettbewerbsergebnisse (noch vor Corona): Bei den Siegern stehen Oberbürgermeister Ralf Claus (ganz links), Claudia Lill von der Energieagentur Rheinland-Pfalz (Mitte vorn) sowie die Klimaschutzmanager Georg Leufen-Verkoyen (dritter von rechts) und Elisa Michel-Karacic, Klimaschutzmanagerin (ganz rechts). © Stadt Ingelheim
Klimaschutz ist für Ingelheim schon deshalb ein Kernthema, weil die vor allem durch ihre Rotweine berühmte Weinbaukommune (und deren Winzer) an optimalen klimatischen Bedingungen interessiert ist. Dieses Bewusstsein – insbesondere in puncto CO2-Reduktion – auch im administrativen Bereich der Stadt (insgesamt annähernd 40.000 Einwohner) allmählich zu verankern, förderte die jüngste Klima-Coach-Aktion. 

Info „Klima-Coach"
Der „Klima-Coach" der Energieagentur Rheinland-Pfalz ist ein Online-Tool, mit dessen Hilfe Nutzer für Energie- und CO2-Sparen im Büro, zu Hause oder bei Freizeitaktivitäten sensibilisiert werden. Der Klima-Coach zeigt auf, mit welchen Aktivitäten und Maßnahmen wieviel CO2 eingespart werden kann. 

Die Landesenergieagentur setzt das Online-Tool zur Durchführung von CO2-Einspar-Wettbewerben ein und bietet für Verwaltungen von Kommunen und öffentlichen Liegenschaften organisierte Wettbewerbe an. Die richten sich primär an deren Mitarbeiter, sind jedoch auch für andere Nutzer unter www.klimacoach.rlp.de zugänglich. 

Der Klima?Coach ist in den Jahren 2016 bis 2020 auf großes Interesse gestoßen (14 organisierte Wettbewerbe, 541 Teilnehmer, rund 34.200 Kilogramm CO2Äq-Einsparungen. Dies ist so viel, wie wenn man mit einem durchschnittlichen Mittelklasse-Pkw zirka sechsmal um den Äquator fahren würde.)

Kontakt: Claudia Lill, 0631-34 371 144, claudia.lill@energieagentur.rlp.de
Acht Teams machten sich auf „die Suche" und nach vier Wochen lautete die Bilanz: 2.800 Kilogramm Kohlendioxid eingespart. Dies entspricht der CO2-Menge, die beim durchschnittlichen jährlichen Stromverbrauch eines Fünf-Personen-Haushalts anfällt. Allein 465 kg (weniger) erzielte eine Mitarbeiterin dadurch, dass sie anstatt mit ihrem Auto mit dem Zug in den Urlaub reiste – und seitdem auch mehr das Fahrrad und den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzt.

Erhebliche CO2-Einsparungen sind möglich
Genau diese Zielsetzung hat der Klima-Coach der Energieagentur Rheinland-Pfalz. Dieses Online-Tool (für jeden zugänglich) zeigt den Nutzern die Möglichkeiten des CO2-Sparens im Büro, zu Hause und in der Freizeit auf. „Hier erreichte Veränderungen im Nutzerverhalten bieten ein Energieeinsparpotenzial von bis zu 20 Prozent", sagt Diplom-Ingenieurin Claudia Lill, für die Energieagentur Rheinland-Pfalz als Referentin Nachhaltigkeit & Suffizienz tätig. Und sie verweist darauf, dass die Kommunen zweifelsfrei die „Schlüsselakteure" im Klimaschutz seien.

Klimabüro, Funktionskarten, E-Mobilität
In Ingelheim hat diese Erkenntnis fruchtbaren Boden gefunden. Dort bündelt ein „Klimabüro" jegliche Aktivität zu diesem Thema. Aktuell werden „Klimafunktionskarten" erstellt; sie fließen in eine Aktualisierung des Flächennutzungsplanes ein. Damit wollen Stadtspitze und Stadtrat sicherstellen, dass im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung Frischluftschneisen erhalten und Kaltluft-Entwicklungsgebiete baulich unberührt bleiben. In diesem Zusammenhang lassen sich auch Hitze-Hotspots lokalisieren. 

Ferner arbeitet das Dezernat von Dr. Döll an einem E-Mobilitätskonzept, inklusive der dazu notwendigen Infrastruktur. Weiterhin beinhaltet es die entsprechende Umrüstung des städtischen Fuhrparks und den Kauf von E-Bussen. 

Gleichzeitig soll ein Förderprogramm für die Bürgerinnen und Bürger den Weg zur CO2-freien Stadt beschleunigen. Konkret geht es um energetische Gebäudesanierungen, aber auch um Maßnahmen zur Dach- oder Fassadenbegrünung, das Errichten einer Zisterne sowie das Anschaffen eines Lastenfahrrads.

Nach den Plänen von Dr. Christiane Döll soll der Stadtrat 2021 einen „Masterplan CO2-neutrales Ingelheim" verabschieden. Er werde Bestandteil des ebenfalls noch zu erstellenden „Leitbildes 2032" sein. Ob es in diesem Jahr auch noch eine erneute Klima-Coach-Aktion geben wird, ließ die Beigeordnete offen.

Kontakt: Roland Beek, Leiter Umwelt- und Grünflächenamt der Stadt Ingelheim | 06132-782 167 | roland.beek@ingelheim.de

Quelle: Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH

Umwelt | Klima, 09.05.2021

     
        
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