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Oceana-Bericht: Amazon's Plastik-Fußabdruck durch Lieferungen steigt in nur einem Jahr um 29 Prozent

Amazon soll seine Pläne zur Reduzierung von Plastikverpackungen in Deutschland veröffentlichen und die Nutzung von Plastikverpackungen weltweit reduzieren

Der am 15.12. von Oceana veröffentlichte Bericht enthüllt, dass Amazon letztes Jahr schätzungsweise 270 Millionen Kilogramm Kunststoffverpackungsabfall erzeugt hat. Er stammt von den Milliarden von Paketen, die während der COVID-19 Pandemie ausgeliefert wurden. Dies ist ein 29prozentiger Anstieg im Vergleich zu Oceana‘s Schätzung für das Jahr 2019. Basierend auf einer von Experten begutachteten und in der Zeitschrift Science veröffentlichten Studie fand Oceana ebenfalls heraus, dass bis zu 10,7 Millionen Kilogramm dieser Plastikverpackungen weltweit in den Gewässern und Ozeanen landeten. Das entspricht dem Äquivalent einer Lieferwagenladung alle 67 Minuten. 

Plastikverschmutzung überschwemmt unsere Ozeane und schädigt das Meeresleben in alarmierendem Ausmaß. © soeren funk, unsplashPlastikverschmutzung überschwemmt unsere Ozeane und schädigt das Meeresleben in alarmierendem Ausmaß. © soeren funk, unsplash
Deutschland ist einer der größten Märkte des Unternehmens. Amazon versendet jährlich Hunderte Millionen Pakete in Deutschland und hat einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent.  Der Bericht von Oceana schätzt, dass das Unternehmen 2020 mehr als 40 Millionen Kilogramm Abfall aus „single-use" Plastikverpackungen in Deutschland erzeugte (das sind fast 15 Prozent aller von Amazon weltweit erzeugten „single-use" Plastikverpackungen, so die Schätzung von Oceana). Dies ist ein Anstieg von 49 Prozent gegenüber Oceana’s Schätzung für das Jahr 2019, sie betrug 26,9 Millionen Kilogramm.

Amazon hat vor kurzem angekündigt auf Plastikumverpackungen in Deutschland zu verzichten, aber das Unternehmen hat noch keine Zahlen zu seinem bisherigen Verbrauch von Plastikverpackungen in Deutschland und weltweit veröffentlicht.

„Die Nachricht, dass Amazon „single-use" Plastikumverpackungen in Deutschland abschaffen will, könnte ein wichtiger Schritt für die Ozeane sein. Amazon muss jedoch Zahlen zum bisherigen Verbrauch und den konkreten Reduktionszielen vorlegen. Amazon ist ein bekanntermaßen datengetriebenes Unternehmen und sollte transparent, öffentlich rechenschaftspflichtig und in seinen Verpflichtungen zur Reduzierung von „single-use" Plastikverpackungen konkret sein. Die Plastikverschmutzung überschwemmt unsere Ozeane und schädigt das Meeresleben in alarmierendem Ausmaß", sagte Ricardo Aguilar, Senior Advisor und Expeditionsleiter bei Oceana.  

„Unser Bericht zeigt, dass Amazons Problem mit Plastikverpackungsmüll in beängstigendem Maße zunimmt – in einer Zeit, in der unsere Ozeane auf führende Unternehmen wie Amazon angewiesen sind, um sich zu verpflichten, die Verwendung von „single-use" Plastik zu reduzieren", erklärt Matt Littlejohn, Senior Vice President für strategische Initiativen bei Oceana.
  
Plastik ist eine der Hauptursachen für die Verschmutzung der Weltmeere und richtet dort verheerende Schäden an. Studien haben  ergeben, dass 55 Prozent aller Meeresvögel, 70 Prozent der Meeressäugetiere und 100 Prozent der Meeresschildkröten Plastik verschluckt haben oder sich darin verfangen haben, und sie haben festgestellt, dass Plastikfolie eine der tödlichsten Formen von Plastik für Meereslebewesen ist. Wissenschaftliche Berichte gehen davon  aus, dass nur 9 Prozent des jemals produzierten Kunststoffs recycelt wurden.  

Amazon wies Oceanas Schätzung im vergangenen Jahr als zu hoch zurück, verweigert aber weiterhin eine Veröffentlichung des eigenen Plastikverbrauchs. Die geschätzte Menge des Plastikverpackungsmülls würde in Form von Luftkissen die Erde mittlerweile mehr als 600 Mal umrunden.

Amazon behauptet, dass Recycling dazu beitragen kann, das Problem der Verschmutzung durch Kunststoffverpackungen zu lösen, aber die Kunststoffverpackungen von Amazon fallen in die Kategorie „Plastikfolie" - ein Material, das extrem schwer zu recyceln ist. Meistens landet es auf Mülldeponien, wird verbrannt oder verschmutzt die Umwelt, einschließlich der Ozeane.

In Indien und Deutschland zeigt Amazon, dass es weiß, wie man Plastikverschmutzung reduziert
Amazons jüngste Entscheidung, in Deutschland auf „single-use" Plastik zu verzichten, folgt einer früheren Verpflichtung, Einwegplastikverpackungen in Indien abzuschaffen. Diese Entscheidungen machen deutlich, dass Amazon seine Nutzung von „single-use" Plastikverpackungen überall auf der Welt reduzieren kann und allen Kunden plastikfreie Optionen an der Kasse anbieten sollte.

In Indien hat Amazon „single-use" Plastikverpackungen eliminiert und trägt durch verstärkten Einsatz von Mehrwegverpackungen dazu bei, die Plastikverschmutzung zu reduzieren.  Wenn Amazon seinen plastikfreien Ansatz aus Indien weltweit anwenden würde, könnte das Unternehmen seinen Plastik-Fußabdruck erheblich verringern. Der Schlüssel zu diesen globalen Bemühungen liegt jedoch in der Transparenz. Oceana stellte mehrfach fest, dass indische Amazon Kunden trotz der Behauptungen des Unternehmens weiter Sendungen mit Plastikverpackungen erhielten.

Amazon ist jetzt größer als Walmart,  und es ist der größte Händler weltweit außerhalb Chinas. Das Unternehmen bestimmt nun, wie Produkte verpackt werden. Es sollte aufhören, sich hinter falschen und unwirksamen Lösungen, wie beispielsweise dem Recycling von Plastikfolien, zu verstecken. Stattdessen sollte es das System, das es in Indien eingeführt hat, weltweit einführen. Wir fordern Amazon auf, eine plastikfreie Option an der Kasse anzubieten – nicht weil seine Kunden dies wollen, sondern weil unsere Ozeane dies brauchen", fügt Littlejohn hinzu.
Oceana’s Bericht fordert Amazon auf, seinen Plastik-Fußabdruck zu reduzieren und:
  • Auf seine Aktionäre zu hören und voll und ganz transparent zu sein: Mehr als ein Drittel der Amazon Aktionäre bat das Unternehmen, seinen Plastik-Fußabdruck zu veröffentlichen. Diese Daten sollten unabhängig verifiziert werden.
  • Auf seine Kunden zu hören: Mehr als 740.000 Menschen haben eine Petition unterzeichnet, die Amazon auffordert, plastikfreie Alternativen anzubieten.
  • Plastikverpackungen zu eliminieren. Amazon sollte stattdessen Produkte in wiederverwendbaren Behältern liefern und Management-Richtlinien einführen, die Plastikverschmutzung reduzieren, anstatt leere Behauptungen über die „Recyclingfähigkeit" aufzustellen.
Den vollständigen Oceana-Report finden Sie unter oceana.org/PlasticFreeAmazon. Um mehr über die Oceanas Kampagne zur Plastikreduzierung zu erfahren, besuchen Sie oceana.org/plastics.

Kontakt: Oceana, Meike Schützek | info@meikeschuetzek.comwww.europe.oceana.org

Umwelt | Ressourcen, 15.12.2021

     
        
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