Stiftung Solarenergie - Revolutionär wie das Internet
Vorbildliches Entwicklungshilfeprojekt in Äthiopien
![]() © Stiftung Solarenergie |
Sonne als Entwicklungshelfer
Die 2004 gegründete Entwicklungshilfeorganisation Stiftung Solarenergie will dazu beitragen, der Landbevölkerung aus ihrer Armut zu helfen. Und das unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit und der Hilfe zur Selbsthilfe! Der Einsatz von Solarenergie soll dazu führen, dass Umweltschutz, Erziehung und Bildung in gleichem Maße verwirklicht werden. Die Energie, die die Sonne täglich liefert, übersteigt den Weltbedarf um ein tausendfaches. Zudem kommt die Solarenergie ohne Großkraftwerke aus. Sie schafft ein "Kraftwerksystem vergleichbar dem Internet: miteinander vernetzt, aber nicht voneinander abhängig. Der Ausfall eines Rechners bringt nicht das gesamte System zum Erliegen". Von einem solchen dezentralen Energiesystem soll die Region Mida, eine der ärmsten des Landes, profitieren. Mida liegt im Hochland, circa 240 Kilometer nördlich von Addis Abeba. In den Regenzeiten scheint die Sonne dort durchschnittlich zwei bis vier Stunden, ansonsten knapp sieben Stunden pro Tag. Die Stiftung Solarenergie führt hier fünf Projekte unterschiedlicher Natur durch: Solarlicht für Schulen und Tukuls, Medikamentenkühlung in der Gesundheitsstation, Wasserpumpen und Solarschulen in Rema, dem gesellschaftlichen Zentrum in Mida, und in Addis Abeba.
"Die Menschen vor Ort sind in der Lage, sämtliche Kosten für den Betrieb und die Wartung der Solarsysteme auf längere Zeit aus eigenen Mitteln sicher zu stellen."
Aktuell wird ein Dorf mit 7.500 Einwohnern mit Solarsystemen ausgestattet, zwei Orte in der Region Mida wurden bereits elektrifiziert. Die über 2.600 Tukuls erhielten dabei je ein 10-Watt-Modul, das nach Sonnenuntergang gegen 18 Uhr etwa vier Stunden Licht gibt. Diese kleine Hilfe bedeutet für die Äthiopier sehr viel. Die Kinder können nun am Abend lernen und die Handwerker arbeiten. Die Kerosinlampen, die vorher genutzt wurden, sind teuer, gesundheitsschädigend und leuchten nur sehr schwach. Zumindest sind sie teurer als die 17 Cent im Monat, die pro Haushalt für zukünftige Reparatur und Wartung der Solarsysteme zur Seite gelegt werden müssen. Auch in Rema gibt es Menschen, die sich diese Pauschale nicht leisten können. Für sie wurde durch Eigeninitiative der Dorfbevölkerung ein Social Club gegründet, der den Betrag für die Ärmsten der Armen aufbringt. Diese bekommen dann nur eine statt vier Solarlampen.
Äthiopische Solarexperten
Alle diese Projekte sind auf schnellen Erfolg und lange Lebensdauer ausgelegt. In besonderer Weise wird dies jedoch durch die Solarschulen erreicht. Hier werden Äthiopier und derzeit auch eine Äthiopierin zu "Rural Solar Energy Managern" ausgebildet. Dieser Ausbildungsgang sorgt dafür, das Know-how über die Solaranlagen im Land zu sichern. Ziel der speziell auf Äthiopien und die Bedürfnisse der Bevölkerung abgestimmten Ausbildung ist es außerdem, die Teilnehmer zu befähigen, ein kleines Solargeschäft in einer ländlichen Umgebung zu eröffnen und so ein Solarnetzwerk zu schaffen. Auch der äthiopischen Wirtschaft ist geholfen, da die Solaranlagen im Land hergestellt werden.
Für die Zukunft
Der Aufschwung, den die Arbeit der Stiftung Solarenergie angestoßen hat, kommt vorerst hauptsächlich der Region Mida zugute. Durch die Solartechniker kann das Know-how jedoch im ganzen Land eingesetzt werden und auch dort Wege aus der Armut aufzeigen
Lara Mia Herrmann
Weitere Informationen über die Stiftung Solarenergie finden Sie im Internet unter www.stiftung-solarenergie.org. Hier werden Entwicklungshilfetheorien überschaubar erklärt und deren Umsetzung durch die Stiftung Solarenergie aufgezeigt. Zudem findet sich eine Liste über Möglichkeiten und Grenzen und die genauere Ausführung der einzelnen Projekte vor dem Hintergrund der geschichtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekte in Äthiopien.
1.) Zitiert nach: http://www.stiftung-solarenergie.org/index.php?pageID=425
2.) Zitiert nach http://www.ae-o.de/solarpaten.html
Quelle:
Technik | Energie, 30.07.2008

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