HOME

ICH BIN EIN LOVER ... dieses Planeten

Das bekennen gleich zwei Franzosen: Yann Arthus-Bertrand und Luc Besson. Die beiden haben eines der ehrgeizigsten Projekte der Filmgeschichte realisiert: HOME. Dieses bewegende Kunstwerk wurde in 3 Jahren geschaffen, parallel von 3 Teams in 54 Ländern ausnahmslos aus der Luft gefilmt, wobei 488 Stunden Material entstanden, die sowohl die Schönheit des Planeten zeigen, wie auch die Verletzungen, die ihm der Mensch zugefügt hat. Ergebnis: Ein beeindruckender Kino-Streifen. forum bringt den Film in die Wirtschaft - und Nachhaltigkeit in die Köpfe und Herzen von Unternehmern und Mitarbeitern.

Bisher war Yann Arthus-Bertrand über 100 Millionen Menschen ein Begriff, die seine seit acht Jahren um den Planeten reisende Ausstellung Die Welt von oben sahen. Sein wohl berühmtestes Foto: das grüne Herz aus dem Amazonasgebiet. Genau diese Liebe zur Schönheit unseres Planeten treibt den 63-Jährigen immer noch zu Höchstleistungen an. Denn in den letzten 50 Jahren hat es die Menschheit verstanden, unsere Erde an den Rand des Ruins zu treiben, die vorher in 4,5 Milliarden Jahren zu dem heranreifte, was sie heute (noch) ist. "Wir haben gerade mal 10 Jahre, um diesen Trend umzukehren", ist der Aktivist, Fotograf und Regisseur überzeugt, und er fährt fort: "Es ist heute bereits zu spät, um noch Pessimist zu sein." Wenn wir es jetzt nicht schaffen, vergeben wir die letzte historische Chance, und das Leben auf der Erde wird für Millionen und Milliarden Menschen zur Qual, gar nicht zu reden von den rapide aussterbenden Tierarten.

Als Produzent hätte niemand besserer gefunden werden können als Luc Besson. Ursprünglich wollte er Meeresbiologe werden, was durch einen Tauchunfall vereitelt wurde. In seinen Filmen wie Im Rausch der Tiefe (Le Grand Bleu) setzt er sich immer wieder mit der Natur auseinander, die ihm seit seiner Kindheit so ans Herz gewachsen ist. Was er heute beobachtet: "Während wir einen Schritt nach vorne gehen, geht die Welt 10 Schritte zurück. Es ist mittlerweile dramatisch. Doch ein ökologisches Bewusstsein entsteht da, wo jeder begreift, dass er seinen Beitrag leisten muss." Das Ziel der beiden Franzosen ist es, dass jeder Mensch diesen Film sieht. Deswegen wird er auch im Internet gratis zur Verfügung gestellt. www.home-2009.com

Die Idee zum Film hatte Arthus-Bertrand bereits vor 15 Jahren. Doch als Al Gore An Inconvenient Truth im französischen Parlament zeigte und viele zu Tränen gerührt waren, beschloss er, seine Vision Wirklichkeit werden zu lassen: "Ich war beeindruckt, wie so ein Film Menschen im Innersten bewegen kann."

In den Sequenzen von HOME wird der Raubbau brutal sichtbar, den wir tagtäglich betreiben: Eine Armada von riesigen Trucks plündert kostbare Rohstoffe. Eine Phalanx von Mähdreschern erntet Monokulturen von ausgelaugten Böden. Schemenhafte Gestalten suchen zwischen Rauchschwaden riesige Müllkippen vor den Metropolen der 3. Welt nach verwertbaren Abfällen ab. Oder man sieht Las Vegas, in der Wüste gebaut, wo Millionen Liter Wasser für Swimmingpools und Golfplätze verschwendet werden. Und im nächsten Bild indische Frauen in Saris, die verzweifelt versuchen, der trockenen Erde etwas Wasser abzuringen. Die
Suggestionskraft dieser Bilder ist enorm, und intuitiv versteht jeder, wie zerbrechlich unsere Erde geworden ist.

Mit eindrucksvollen, klaren Informationen trifft der Film den Nerv unserer Zeit, wenn es etwa heißt: Auf der Welt wird 12 Mal so viel Geld für Waffen wie für Entwicklungshilfe ausgegeben. 20 Prozent der Weltbevölkerung verbrauchen 80 Prozent der planetaren Ressourcen. Jeden Tag sterben 5.000 Menschen an den Folgen verschmutzten Wassers. Die Tierarten sterben tausend Mal schneller aus als im natürlichen Lauf der Dinge. 75 Prozent der Fischgründe sind erschöpft. "Aber wichtig ist am Ende nicht so sehr, dass bereits 50 Prozent der Wälder des Planeten abgeholzt sind, sondern dass 50 Prozent noch stehen. Wir sind immerhin 6 Milliarden intelligente Lebewesen, die jetzt Aktionen setzen können", hofft Arthus-Bertrand.

Die französische Produktion kommt nicht mit erhobenem Zeigefinger. "Was ich mit meinen Mitteln sagen will: Schau Dir all diese Wunder an, die wir noch retten können! Vom Himmel aus braucht man keine langen Erklärungen. Man sieht die Dinge direkter, intuitiver, emotionaler," weiß Arthus-Bertrand. Der Film hat eine klare Botschaft: Wir muten der Erde mehr zu, als sie verkraftet. Wir konsumieren zu viel und beuten ihre Ressourcen aus. Aber HOME besteht darauf, dass es eine Lösung gibt. Wir stehen an einer Weggabelung.

Der tägliche Kampf um ein paar Liter Trinkwasser in Indien - während Las Vegas, in der Wüste Nevadas gelegen, kostbares Nass in tausende Swimmingpools pumpt und Golfplätze bewässert.
Vielleicht trägt der engagierte Regisseur nicht von ungefähr Arthus im Namen. So wie der sagenumwobene König die besten Ritter an seiner Tafelrunde sammelte, so geht es dem Franzosen in seiner Stiftung goodplanet.org nun darum, engagierte Zeitgenossen zu vereinen. Er rekrutiert zum Beispiel 6.000 Experten, die weltweit über den Zustand des Planeten Vorträge halten. Übrigens: Für die Menge an CO2, die durch die Produktion des Films entstand, wurde eine Ausgleichszahlung geleistet - eine Praxis, die der Franzose seit 10 Jahren pflegt. Arthus-Bertrand lebt, wofür er steht. "Wir haben es schon mit allem versucht, nur nicht mit der Liebe. Ich hoffe, dass man dem Film die Liebe ansieht, die in ihm steckt. Und dass diese Liebe letztlich die Menschen bewegt, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen."
 
 
Von Christoph Santner

Aktion HOME TO BUSINESS - Kick off am 28.1.2010 in München
"Meine Vision ist es, dass jeder Mensch diesen Film sieht", sagt Yann Arthus-Bertrand. Wir von forum Nachhaltig Wirtschaften teilen diese Vision und wollen ihn dabei unterstützen. Als Entscheider-Magazin sehen wir es als unsere Aufgabe an, mit HOME möglichst viele Verantwortliche in der Wirtschaft zu erreichen - weil gerade sie zu den wichtigsten Weichenstellern über die Zukunft des Planeten gehören. Deshalb haben wir die Aktion HOME TO BUSINESS gestartet. Unsere Kick-off-Veranstaltung am 28.1.2010 statt. HOME wird dabei in einen Workshop eingebettet, der ein Ziel hat: Vom Erkennen zur Aktion zu kommen. Und dadurch Wege zu zeigen, wie Vorstände und Geschäftsführer das Thema Nachhaltigkeit verstärkt in ihre Konzerne und Unternehmen tragen und es in den Köpfen und Herzen der Mitarbeiter verankern können. Dies ist nicht nur Selbstzweck, sondern unverzichtbarer Teil jeder langfristigen Unternehmensstrategie.

Seien Sie dabei! Unter http://www.verantwortungjetzt.net/ finden Sie Informationen zu Programm und Anmeldung.

HOME TO BUSINESS wird auch von Universal Studios unterstützt, die verantwortlich sind für das Home-Entertainment dieses Films. Die weltweit tätigen Studios sind mittlerweile so stark von der Richtigkeit dieses Weges überzeugt, dass der neue Claim heißt: "Green is universal". Mit der 8-teiligen Video-Serie "Die Welt von oben", ebenso von Arthus-Bertrand produziert, setzt Universal die Erfolgsstory fort. Auch beim Mutterkonzern von Universal, General Electrics, ist die Botschaft des Films längst auf fruchtbaren Boden gefallen. Dort arbeitet man seit Jahren daran, grüne Technologie nach vorne zu treiben.


Quelle: FORUM Nachhaltig Wirtschaften Büro Süd
Gesellschaft | Bildung, 17.09.2009

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