Welcher Fisch darf auf den Teller?

Greenpeace stellt neuen Einkaufsratgeber für Speisefische vor

Hamburg - Umweltbewusste Verbraucher können weiterhin ohne Bedenken Karpfen und Forelle essen; auf Aal und Rotbarsch sollten sie hingegen verzichten. Dies empfiehlt Greenpeace in der neuen Ausgabe des Einkaufsratgebers für Speisefische. Die unabhängige Umweltschutzorganisation bewertet darin rund 80 Arten, aufgeteilt in 380 Wild-Fischereien und Aquakulturen, hinsichtlich ihrer Gefährdung. "Die Überfischung der Meere ist nach wie vor weltweit dramatisch", sagt Iris Menn, Meeres-Expertin von Greenpeace. "Die Politik schafft es bisher nicht, sich gegen die wirtschaftlichen Interessen der Fischindustrie durchzusetzen. Daher spielen engagierte Verbraucher eine wichtige Rolle. Sie können mit ihrem Kauf dem Handel und der Politik zeigen, dass sie ein umweltfreundliches Fischangebot möchten."

Die neue Ausgabe des Einkaufsratgebers von Greenpeace hilft dabei, gefährdete Fischarten von der Speisekarte zu streichen.
Foto: © Greenpeace
Genauer hinschauen sollte der Käufer beispielsweise bei Kabeljau, Hering oder Lachs. Diese sind nur eingeschränkt zu empfehlen. Um die richtige Wahl zu treffen, genügt der Blick auf die Kennzeichnung der Supermarktverpackung. Diese Angaben kann der Verbraucher im Fischratgeber nachschlagen. Handlich im Scheckkartenformat zeigt der Ratgeber auf einen Blick, ob der Fisch aus einer nachhaltigen Fischerei stammt und somit auf den Teller darf. Die Greenpeace-Bewertung berücksichtigt neben dem Gesundheitszustand der Fischbestände auch die Umweltauswirkungen der Fangmethoden. Neu in diesem Jahr ist ein ergänzendes Heft mit Erläuterungen. Ebenso veröffentlicht Greenpeace heute Bildungsmaterial zum Meeresschutz für die Schule.

EU-Fischereipolitik: Einmischung von Verbrauchern wichtig

Wesentlich für die Zukunft der Fischbestände sind auch die aktuellen politischen Entscheidungen: Die Europäische Kommission verhandelt dieses Jahr über eine neue Gemeinsame Fischereipolitik. Die Debatte zeigt, wie notwendig die Unterstützung von Verbrauchern und dem Lebensmittelhandel für den Schutz der Fischbestände ist. In den vergangenen Monaten ist es den Fischereiministern nicht gelungen, das Kernproblem der EU-Fischereipolitik - die zu große Fangkapazität der EU-Fischereiflotte - anzugehen. Auch die deutsche Regierung zeigt zu wenig Engagement.

Dabei richtet die Überkapazität der EU-Fangflotte auch massiv außerhalb Europas Schaden an. Greenpeace hat in den vergangenen zwei Monaten mit einer Kontrollfahrt vor der Küste Westafrikas die Ausbeutung der Gewässer durch die europäischen Fischereiflotten aufgedeckt. "Wir konnten dokumentieren, wie dominant die europäischen Trawler in den Fischgründen vor Westafrika unterwegs sind", sagt Menn. Auch Schiffe unter deutscher Flagge gehen in den Gewässern der armen Küstenländer auf Beutezug. "Damit trägt Deutschland eine Mitschuld an der Ausbeutung der afrikanischen Fischgründe", so Menn. Greenpeace fordert, dass Deutschland seiner Verantwortung für eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Fischerei gerecht werden muss. "Die EU muss die Fangkapazitäten dringend reduzieren und den Meeren die nötige Pause verschaffen. Nur so können sich die bedrohten Fischbestände erholen", sagt Menn.




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Quelle:
Lifestyle | Essen & Trinken, 23.04.2012

     
        
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