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Mit Transparenz für mehr Klimaschutz

RWE Flugthermografie und "smarte" Technologien zeigen Potenziale für Energieeffizienz

Wind und Regenwasser durch die Decke? Solche Probleme am Dach sind meist schnell identifiziert. Anders sieht es beim Schutz vor Kälte im Winter und Hitze im Sommer aus. Nicht immer ist die Dachisolierung auf dem neuesten Stand. Und oft ist den Hausbewohnern nicht bewusst, dass dies die Energiekosten nach oben treibt. Das ist schlecht für den Geldbeutel und für das Klima - denn mehr Heizen bedeutet meistens auch mehr CO2-Emissionen. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Stadt und RWE werden deshalb Wärmebilder sämtlicher Gebäudedächer aus der Luft aufgenommen. Anhand dieser Bilder kann sich jeder Gebäudeeigentümer selbst einen Eindruck über den energetischen Zustand seines Hauses verschaffen. Denn die Qualität der Dachisolierung ist als Einstieg ein erster aussagekräftiger Indikator.

Energieeffizienz bei Gebäuden - große Potenziale mit wichtigem Beitrag für den Klimaschutz

Die Stadt Essen aus der Luft. Aus dieser Perspektive identifiziert RWE Potenziale für Energieeffizienz.
Mit der "RWE-Flugthermografie" will RWE Neugierde und Interesse für das Energiesparen am eigenen Haus wecken - ein wichtiger Schritt für den sparsameren Umgang mit Heizwärme. Der Bedarf dafür ist groß. Über ein Viertel aller Wohngebäude verfügen laut der Allianz für Gebäudeeffizienz (geea) über gar keine Dämmung des Dachs, bzw. der obersten Geschossdecke - eine beträchtliche Zahl bei über 18 Millionen Wohngebäuden bundesweit. Hinzu kommen 1,8 Millionen Nicht-Wohngebäude, bei denen ebenfalls Handlungsbedarf besteht.

Effizienz beim Heizen hilft viel, um die Energiebilanz insgesamt zu verbessern. So macht Wärmenutzung knapp die Hälfte der gesamten Endenergienutzung aus - weit vor Kraftstoffen (ca. 30 Prozent) und Strom (20 Prozent). Auch die Politik sieht dieses Potenzial. Laut Energiekonzept der Bundesregierung soll der Primärenergieverbrauch von Wohn-und Nichtwohngebäuden bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent sinken. Das Ziel ist, einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Über Neubauten allein wird dies jedoch wohl nicht gelingen, denn die aktuelle Neubaurate liegt bei unter einem Prozent. Die Modernisierung oder Sanierung bestehender Gebäude ist deshalb notwendig.

Flugprojekt Essen - Wärmebilder aus der Luft

Bei der Erfassung des Potenzials für die Sanierung hilft die RWE-Thermografie. Aufgenommen werden die Wärmebilder von der belgischen Firma Eurosense im Auftrag von RWE. Zuletzt war ein Spezialflugzeug mit eingebauter Thermokamera von Eurosense in Essen im Einsatz. Dabei wurden innerhalb von drei Flugnächten 80 Schleifen über dem gesamten Stadtgebiet gezogen, um alle der knapp 90.000 Essener Gebäude thermografisch aus der Luft zu erfassen. Dafür benötigte das Flugzeug zwölf Flugstunden. Mit diesen Aufnahmen lassen sich nun die energetischen Dämmeigenschaften aller Gebäudedächer der Stadt analysieren. Im Herbst kann dann jeder Hauseigentümer von der Stadt sein individuelles Wärmebild erhalten.

Besondere Rahmenbedingungen für die Datenerfassung

Wärmebildaufnahme. Die Einfärbungen zeigen, wie gut die Gebäude isoliert sind.
Aussagekräftige Aufnahmen können bei der RWE Flug-Thermografie nur nachts erstellt werden. Tagsüber ist eine Messung nicht sinnvoll, da die Sonneneinstrahlung alle Körper, insbesondere Gebäude und Straßen aufheizt und damit das Ergebnis verfälscht wird. Neben der passenden Tageszeit müssen auch weitere Rahmenbedingungen erfüllt werden: So sind während der Befliegung Temperaturen von unter fünf Grad erforderlich, und es muss während des Fluges trocken und windstill sein. Aufgrund dieser Rahmenbedingungen kann das Aufnahmeteam oft erst am Tag selbst entscheiden, ob es wirklich in die Luft geht.

Sind die Aufnahmen jedoch erst einmal im Kasten, beginnt der Prozess der Datenaufbereitung. Diese nimmt im Fall Essen mehrere Monate in Anspruch. Dabei wird das thermografische Flugbild mit den Gebäudedaten der Stadt zusammengeführt. Auf dieser Basis entstehen die individuellen Gebäudeinformationen für jeden Eigentümer. Zusätzlich wird ein komplettes Wärmebildmosaik vom gesamten Stadtgebiet angefertigt, das die Kommune für die Umsetzung der eigenen Klimaschutzziele einsetzen kann. Der Datenschutz hat bei dem Verfahren oberste Priorität, dafür sorgt der TÜV Rheinland.

RWE konzentriert sich bei der Bestandsaufnahme nicht nur auf große Städte, sondern bezieht auch kleinere mit ein. In der Stadt Rheinbach wurden ebenfalls bereits Aufnahmen gemacht. Hier waren über 5.000 Einzelbilder nötig, um alle Gebäude der 28.000 Einwohner zählenden Stadt zu erfassen. Im sauerländischen Arnsberg mit rund 78.000 Einwohnern und einer Fläche fast so groß wie in Essen hat letzten Winter ebenfalls eine Thermografie-Befliegung stattgefunden. Auch hier laufen zurzeit der Prozess der Datenaufbereitung und die Vorbereitung der Hauseigentümerinformation.

Wärmebildkamera - nur ein Baustein einer umfassenden Energieberatung

Das Spezialflugzeug der Firma Eurosense - für RWE u.a. über Essen und Arnsberg im Einsatz
Die Ergebnisse der Wärmebildkameras sind dabei nur eine von verschiedenen Informationsquellen für Energieeffizienz. Sie ersetzen nicht die ausführliche Energieberatung. Die Stadt Essen und RWE werden daher im Herbst sowohl individuelle Beratungen als auch allgemeine Informationsveranstaltungen anbieten. Dabei geht es um weitere Maßnahmen zur Reduzierung des Wärmeverbrauchs. Laut geea sinkt der Energieverbrauch eines Gebäudes um bis zu 75 Prozent, wenn neben der Dachisolierung eine insgesamt fachgerechte Dämmung, neue Wärmeschutzfenster und moderne Heizungstechnik zum Einsatz kommen.

Transparenz und Steuerung von Energienutzung

Und selbst damit sind "nur" die Effizienzpotenziale bei der Wärmenutzung, nicht aber die beim Strom identifiziert. Eine einfache Möglichkeit, den Komfort und die Energieeffizienz im Hause zu erhöhen, bietet die intelligente Haussteuerung (RWE Smart Home). Mit Smart Home können sowohl Heizung, als auch Elektrogeräte gesteuert werden. Ob Licht, Heizung oder Rollladen, die Smart Home-Technologie verbindet alle Geräte und technischen Einheiten über ein gesichertes Funknetzwerk mit der Steuerzentrale. Die gesamte Steuerung kann sowohl von zu Hause als auch via Internet oder Smartphone von unterwegs vorgenommen werden. Dies erhöht nicht nur den Komfort, sondern ermöglicht auch eine effiziente Anpassung an die Bedürfnisse. Auch Mieter können mit RWE SmartHome ihren Strom- und Heizenergieverbrauch senken.

Ansätze für ein effizientes Energiemanagement

RWE Home Power Solar. Speichertechnologien, mit denen der Solarstrom vom Dach auch Abends verfügbar ist.

Smart Home bietet künftig zugleich die Möglichkeit, die Photovoltaikanlage auf dem Dach und einen Stromspeicher im Keller (RWE HomePower solar) mit zu steuern. Mit dem Modul SmartHome Power Control solar können Nutzer die Menge des selbst erzeugten Stroms, den eigenen Stromverbrauch und die ins Netz eingespeiste Strommenge über Computer, Smartphone oder Tablet-PC ablesen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, elektrische Geräte (Waschmaschine etc.) in Spitzenzeiten zuzuschalten. Diese Anwendungen gewinnen vor allem an Bedeutung, weil immer mehr Bürger mit Solaranlagen auf dem Dach zu Eigenerzeugern werden. Der meiste Strom wird allerdings dann erzeugt, wenn der Verbrauch zu Hause bei vielen am geringsten ist - zum Beispiel tagsüber während der Arbeitszeit. Stromspeicher und ihre intelligente Steuerung helfen dabei, Erzeugung und Verbrauch in Einklang zu bringen.

Die Möglichkeiten für klimafreundliche Energienutzung sind damit vielfältig. Und für Verbesserungen ist Transparenz am Haus und in den Haushalten oftmals der erste Schritt, damit Brennstoffe, Wärme und Strom intelligenter und effizienter genutzt werden.


Kontakt

RWE AG
Opernplatz 1
45128 Essen

RWE Deutschland AG
Kruppstraße 4
45128 Essen

Ansprechpartner
Corporate Responsibility/Umweltschutz
Telefon +49 (0)201 / 1 21 55 94
www.rwe.com/verantwortung
Quelle: FORUM Nachhaltig Wirtschaften Büro Süd
Technik | Green Building, 23.10.2013
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 04/2013 - Hallo Klimawandel erschienen.
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